274 X. Die Geologie auf dem Wege von L, v. Buch zu Ch. Lyell,
v. Raumer, sich von dem Werte der neuen Methode nicht sofortüberzeugen konnten. Es handelte sich hier, das erkannten die Ein-geweihten wohl, um verhältnismäßig junge, teils ans salzigem, teilssüßem Wasser niedergeschlagene Bildungen, deren Lebewesen vondenen der zunächst darunter gelegenen Schichtreihen nicht uner-heblich abwichen. Auf dem mit Erfolg betretenen Wege schritt dannI. B. I. Omalius d'Halloy (1783 — 1875) weiter fort, derauch die erste geologische Beschreibung seines Vaterlandes Belgien lieferte. Während also der größere Teil von Westeuropa — dieNiederlande fallen aus einleuchtendem Grunde wenig in Betracht —den Geognosten des zweiten und dritten Jahrzehntes im 19. Jahr-hundert ziemlich genau bekannt war, fehlten noch gute Beob-achtungen aus der Iberischen Halbinsel fast gänzlich, indem hiernur des Botanikers Cavanilles (1745 — 1804) Landeskundeseiner Heimatprovinz Valencia einer ehrenden Erwähnung würdigerscheint.
Um so rühriger zeigten sich die Briten . Der hochwichtigenArbeiten eines W. Smith und Mac Culloch thaten wir bereitsErwähnung. Cornwall und Irland waren das StudiengebietI. I. Conybeares (1779 — 1824), und ebendort brachte deraus Genf gebürtige, jedoch unter Werner herangebildete ArztI. F. Berger (1779 — 1833) seine in Deutschland erworbenenKenntnisse zur Geltung. Auch die kleine, aber in jeder Hinsichtbemerkenswerte Insel Man bezog er in seine Untersuchung ein.In Schottland förderte R. Jameson (1774 — 1854) die Feld-aufuahme, verwickelte sich aber als eifriger Neptunist in einenStreit mit Hall und Playfair; Hall fand auch auf hoch-schottischem Boden zuerst Granit- und Porphyrgünge ans, dnrchderen Existenz ein unwiderlegliches Moment zu gunsten der mag-matischeu Entstehung jener Gesteine gewonnen war. Ein neuesFerment, das bis zum heutigen Tage kräftigst nachgewirkt hat,trug in die geognostische Durchsorschung des Jnselreiches dieDiluvialsrage hinein, von deren Entwicklungsstadien weiter untenzu sprechen sein wird.
Skandinavien bildete im 18. Jahrhundert ein Zentrum leb-haftester Diskussion über geologische Diuge, und es griff sogar