276 X. Die Geologie auf dem Wege von L. v. Buch zu Ch. Luell.
Die außereuropäischen Erdteile ließen in der ersten Hälftedes Jahrhunderts Vieles, ja teilweise sogar Alles zu wünschenübrig. Nur aus dem nördlichen Asien lagen ältere Berichte vonPallas und E. Patrin (1742—1815) vor; in Vorderindienhielt die engherzige Politik der Kompagnie, der anch die LondouerZentrcckregierung mit gebundenen Händen gegenüberstand, wissen-schaftliche Reisende ferne, wie denn A. v. Humboldt sich die Er-laubnis zu seiner bis ins einzelne vorbereiteten Bereisung Hindo-staus nicht zu verschaffen im stände war. Am frühesten regte sich,nachdem Humboldts Kordillerenreise in Süd- und Mittelamerikadas Eis gebrochen hatte, der selbständige wissenschaftliche Geist inNordamerika , dessen geologische Struktur W. Maclure (1763 bis1840) vou 1809 an in einer längeren Reihe von Abhandlungenals eine merkwürdig einheitliche kennzeichnete. Auf Neuenglaudund Pennsylvanieu konzentrierten sich die beiden Benjamin Sil-liman, Vater und Sohu (1779-1864; 1816—1885), Heraus-geber der ersten gelehrten Zeitschrift der Vereinigten Staaten , des„^.msriean Journal ok Leisnes anä ^rts". Neben den geologi-schen Studien gingen solche über fossile Wirbeltierreste einher, ohnedaß noch der Zusammenhang zwischen beiden Stndiengattnngenentsprechend gewürdigt worden wäre. Wenn man bedenkt, daß erst1813 eine Expedition ausgesandt wurde, um über den bis dahinallein besetzt gehaltenen Küstensaum tiefer in das Innere vonAustralien einzudringen, so wird man sich nicht wundern, daß dortdie naturhistorische Forschung erst ziemlich spät einen gedeihlicherenAufschwung nehmen konnte. Von Afrika wnßte man so gut wiegar nichts, abgesehen von den nordwestlichen Archipelen, unterdenen derjenige der Kanarien eine Sonderstellung einnahm. DennL. v. Buchs „Physikalische Beschreibung der Kanarischen Inseln "(Berlin 1825), die reife Frucht der fchon zehn Jahre vorher ge-sammelten Reiseeindrücke enthaltend, ist ein Meisterwerk, das sogarunter seinen Veröffentlichungen hervorragt.
Wir gaben mit voller Absicht einen Überblick über den Standtopographisch-geologischen Wissens, wie sich derselbe umdie Zeit gestaltet hatte, als das „heroische" Zeitalter in seinerBlüte stand. Über die Leitmotive dieser Periode, deren positive