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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Stratigraphie von Frankreich, Schweiz, Belgien und England . 289

der Aluminiumgewinnung halber ausbeuten lernte. Seit 1813Professor in Dublin , hat er die mineralogisch-geologische Strukturder Westküste zuerst beschrieben.

Sehr groß war der Gewinn, den Frankreich aus dem seit1325 in Gang gekommenen Unternehmen einer selbständigen geolo-gischen Mappierung zog, welches in die Hände A. I. M. Brochantde Villiers '(17721840), Elie deBeaumontsundDufrenoysgelegt war. Mit dem Jahre 1840 war es abgeschlossen, und neben-her gingen noch zahlreiche anderweite Arbeiten über einzelneLandesteile, unter denen diejenigen von P. L. Voltz (17841340)einen ehrenvollen Platz einnehmen. Auch die Schweiz ließ es nichtan sich fehlen. Hans Konrad und Arnold Escher von der Linth (17671823; 18071872) waren zwei Feldgeologen allererstenRanges, und zwei Zeitgenossen des letzteren, B. Studer (1794bis 1887) und P. Merian (17951883), wetteiferten mit ihmin der Erschließung der intimsten Geheimnisse des westalpinenGebirgsbaus. A. Favre (1815 1890) dehnte seine Thätigkeit,aus welcher in erster Linie die Umgebung des heimischen Genfer-Sees Nutzen zog, auch auf die benachbarten französischen Gebirgs-teile ans und ist nächst H. B. de Saussure als der Begründerder Montblanc -Geologie zu betrachten.

Die staatliche stratigravhische Landesaufnahme Belgiens leitetevon 1836 an A. H. Dnmont (18091857). Ihm gelang zuerstdie Entzifferung der schwierigen Schriftzüge, in denen die Naturdie Geschichte des wallonischen Steinkohlengebirges geschrieben hat.

Daß Großbritannien , das Vaterland W. Smiths, nicht hinterdem Kontinente znrückblieb, sondern ihn an Regsamkeit womöglichnoch übertraf, kann nicht wunder nehmen. I. Phillips (1800bis 1874), A. Sedgwick (17851873) und N. I. Murchison(17821871) haben musterhafte Negionalbeschreibungen geliefert;das beliebteste Arbeitsgebiet waren die westlichen Grafschaften nebstdem angrenzenden Wallis , wie dies die nach lokalem Schicht-vorkommen gewählten Bezeichnungen der älteren paläozoischenFormationen Kambrium, Silur, Devon erkennen lassen.Die von der Staatsregierung eingesetzte Ksologieal Lurve^ erhielt1835 einen ausgezeichneten Dirigenten in H. Th. de la Beche

Gllnthcr, Anorganische Naturwissenschaften. 19