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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Stratigraphie der außereuropäischen Länder.

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wenig Buchgelehrsamkeit ausgestatteten, aber zum scharfen Beob-achter geboreuen Zoologen Gelegenheit, in Patagonien, auf denFalklands-Inseln und auf Feuerland, an der chilenischen Küsteund auf den Galapagos weittragende geologische Studien anzu-stellen. Das gleiche Talent bewährte er auch den von seinemSchiffe berührten Koralleninseln des Großen und Indischen Ozeansgegenüber; genereller klärte die stets einseitigen, teils auf vulkanische,teils ans madreporische Aktion hinweisenden Verhältnisse derSüdseeinseln 1849 der junge I. D. Dana auf. Vom FestlandeNeuhollands gab erst 1850 I. Beete Jukes (18111869) ge-nauere geognostische Kuude. Hindostan blieb bis in die Mitte dervierziger Jahre so gut wie verschleiert; dann aber richtete dieOstindische Kompagnie eine Survey ein, und Th. Oldham (1816bis 1872) brachte die Forschung rasch in Gang. HinterindiensInselwelt trägt die Signatur eines hauptsächlich vulkanischen Landes,und der Vulkanismus war es auch, dessen Ergründung sich dervon der niederländischen Kolonialregierung angestellte deutsche ArztF. W. Juughuhn (18121864) besonders angelegen sein ließ.Afrika verbleibt auch im lausenden Zeitabschnitte geologisch einebenso dunkler Erdteil, wie es dies geographisch von alters herwar und teilweise noch immer ist. Die weitaus gediegenste geolo-gische Leistung kommt auf Rechnung des von Mehemed Ali zurUntersuchung der nubischen Bergwerke berufenen ÖsterreichersI. Russegger (18121863), der acht Jahre am oberen Nil ver-weilte und von Ägypten und dessen südlichen Nachbarlandern dieerste geognostische Karte herstellte.

Auf solchem Materials, mochte es immerhin recht ungleich-förmig über die Erdoberfläche verteilt sein, konnte eine Forma-tionslehre ausgebaut werden. Wir wissen, daß, nachdem einerein petrographische Bestimmung des Schichtenalters, wie sie v. Buchund v. Humboldt in ihren jungen Jahren angestrebt, totalenSchiffbruch erlitten hatte, die Notwendigkeit, Leitfossilien für einebestimmte Schicht auszumittelu, von allen berufenen Fachmännerngleichmäßig empfunden ward. H. M. D. de Blainville (1773bis 1850), seines Zeichens Zoologe und demnach nur mittelbarbei den in Rede stehenden Versuchen geologischer Altersbestimmung

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