Die alpine Trias.
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Arbeit über die Kephalopodcn des Hall statter Kalkes nach Tietzenur durch die Munifizenz des der Geologie erwähntermaßen allzeitgewogenen Fürsten Metternich unter die Presse gelangte.Es ergab sich, daß die Hallstatt er Schichten mit denjenigenvon St. Kassian vielfach zoologisch übereinstimmten, und zwarwurden beide nunmehr dem oberen Muschelkalk einverleibt. Alsv. Hauer 1853, im Todesjahre v. Buchs, einen ausführlichenBericht über die neuesten, größtenteils durch die jungen Kräste der„Neichsanstalt" errungenen Ersolge bezüglich schärferer Gliederungder Hochgebirgstrias erstattete, waren die großen Leitlinien end-giltig fixiert. Für die bayerische Trias hatten Schafhäutl undH. F. Emmrich (1815—1879), für die oberitalienisch-tirolischeStoppaui und F.Foetterle(1823—1876),für die ostschweizerischeMerian und der jüngere Escher eine sachlich zumeist überein-stimmeude Rangordnung der Schichten ausgestellt. Ungemein vielblieb, wie wir uns später noch überzeugen werden, der zweitenHälfte des Jahrhunderts vorbehalten, aber man durfte doch mitallem Rechte sagen, daß eine wissenschaftliche Alpengeologie inder Ausbildung begriffen war. Noch 1841 hatte ein gründlicherArbeiter, H. L. Wißmann (geb. 1815), einen furchtbar pessimistischklingenden Satz niedergeschrieben: „Das alpinische Sedimentgebirgebleibt, um mit Studer zu reden, der Wissenschaft, wie dem Augedes gemeinen Mannes ein regelloses Gewirre von Schiefern, Sand-stein nnd Kalkmafsen . . . weil die Natur in den Alpen diejenigenGesetze in der Ablagerung der verschiedenen Formationsglieder nndihrer Petrefakten nicht befolgt hat, welchen man nach anderweitenBeobachtungen eine zu große Allgemeinheit zuschrieb." Diese trübeAnschauung war schon nach einem Dezennium durch die Thatsachenwiderlegt worden, nnd die Gelehrtenwelt mußte einräumen, daßnicht die Natur aus ihrem geregelten Gleise heransgetreteu war,sondern daß lediglich die menschlichen Untersuchungsmittel sich zu-nächst noch nicht hinlänglich verfeinert hatten, um dem Waltender Natur auch auf verschlungeneren Pfaden folgen zu können.
Wir wenden uns der nüchstjüngeren Altersstufe der meso-zoischen Ära, dem Jura, zu. Hier ist L. v. Buch geradezu derAlleinherrscher. War er es doch, der zuerst, so groß auch die