Jura und Kreide.
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Etagen ermittelt werden kann. Eine kleine Laune v. Buchs be-stand darin, daß er diese maßgebenden Versteinerungen als „Leit-muscheln" bezeichnete, auch wenn die betreffenden Tiere keine wirk-lichen Zweischaler, sondern beliebige andere Mollusken waren.Für ein begrenztes Territorium baute Quenstedt das BuchscheSystem bis in die feinsten Einzelheiten aus; leider aber ist seineKlassifikation ausschließlich auf schwäbische Verhältnisse zugeschnitten,und anch die ihm eigentümliche Bnchstabenbczeichuung der einzelnenBänke läßt sich nicht so leicht ans andere Gebirge übertragen.Um so mehr hielten ihren Blick ans das Weite gerichtet d'Orbignyund A. Oppel (1831 — 1865); dieser in frühem Alter dahin-geschiedene Gelehrte hat, wie sich herausstellen wird, am erfolg-reichsten in v. Buchs Geiste fortgearbeitet.
Von Kreidebildungen ist in der geognostischen Litteraturseit Werner viel die Rede, aber es gebrach an einer einheitlichenAuffassung derselben, und erst später schufen Brongniart undOmalius d'Halloy für Frankreich und Belgien , sowie etwasspäter E. d'Archiac (1802 —1869) in größerem Ausmaße eineden örtlichen Umständen angepaßte Klassifikation. Und wieder wares v. Bnch, der die bald allgemein zugegebene Notwendigkeit her-vorhob, ohne jedwede Rücksicht aus die petrographische Beschaffen-heit eine besondereKreideformation demJnra zn superponiereu.Schon 1828 hatte er in diese Formation die Hippuriten („Kuh-hörner") der Salzburger Alpen gewiesen, und als durch die wichtigenUntersuchungen von Roemer und H. B. Geinitz (1814—1899)das Auftreten gewisser hierher gehöriger Ablagerungen auch inNorddeutschland nachgewiesen worden war, trat v. Buch mit seinerumfassenden Abhandlung vom Jahre 1849 hervor, welche diegeographische Verbreitung der kretazischen Formationüber die ganze bislang erforschte Erdoberfläche verfolgte uud diewertvollsten Anregungen für jenen Teil der Geologie lieferte, dieman zur Zeit als Paläogeographie keuut, und die uns haupt-sächlich daraus hinweist, wie in den einzelnen Zeitabschnitten dergeologischen Vergangenheit Festland und Wasser verteilt waren.Der von Geinitz gebrauchte Ausdruck Quad erfand stein-sormation wurde von Beyrich bekämpft nnd konnte sich auch