Zgg X. Die Geologie auf dem Wege von L, v. Buch zu Ch. Lyell.
eine allgemeinere Geltung schon deshalb nicht verschaffen, weil die be-treffende Absonderungsform kein untrügliches Kennzeichen der Kreide-bildnngen darstellt, welch letztere ja auch — darauf legt V.Buch einigenNachdruck — nicht gerade weiße Schreibkreide zu sühreu brauchen.
Desnoyers und Deshayes hatten, wie früher zu bemerkenwar, das über der Kreide liegende Tertiär in großen Zügen ab-gegrenzt, nnd Lyell hatte zn Beginn der vierziger Jahre einenormative Scheidung dieses Systemes in drei Unterabteilungenangegeben, zu denen nur nachher noch eine vierte hinzugetreten ist.Je nachdem dem Alter nach eine dieser Abteilungen die geologischeMorgenröte (>^?) ankündigt oder noch wenig oder endlich schonviel mehr neu (xati-e^s) genannt werden muß, sollte sie Eozän ,Miozän und Pliozän heißen, uud diese Termini haben sichschnell eingebürgert. Durch Beyrichs von 1847 bis 1854 sicherstreckende Durchforschung des norddeutsch-belgischen Tertiärswurde man der Thatsache inne, daß zwischen Eo- und Miozänkeine rechte Grenzfläche zn legen sei, und darum sand des GenanntenVorschlag Anklang, zwischen beide die erwähnte neue Etage, dasOligozän (0-^70^ wenig) einzuschicken. Ein längerer Streit überdie Zuteilung der Nummuliten („Münzsteine") zur meso- oderkänozoischen Ära, den insonderheit Schafhäutl verwickelt machte,weil er diese Protisten auch in viel tieferem Niveau beobachtethaben wollte, konnte erst ziemlich viel später (1865) von Gümbelgeschlichtet werden, und seitdem sind die niedlichen Scheibchen Bürgerdes Eozäns . Von der ungezählten Menge namhafter Geologen,welche an der Detailgliederung des Tertiärs mit arbeiteten, kannhier begreiflicherweise nicht gesprochen werden, nm so weniger, dajetzt so ziemlich alle Wirbeltiere, teilweise in verwirrender Füllevon Gattungen, Arten und Varietäten, paläontologische Berück-sichtigung verlangen. Die tertiäre Konchylienfauna fand einenüberaus korrekt arbeitenden Biographen in F. Sandberger (1826bis 1898), dessen Spezialarbeiten über die Miozänbildungen desHerzogtums Nassau und des Mainzer Beckens von vorbildlicherBedeutung sür ähnliche Zwecke geworden sind.
Die beiden Bestandteile des sogenannten Quartärs, die manals Diluvium und Alluvium unterscheidet, geben an diesem