Begründung einer exakten Paläontologie.
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Orte keinen Anlaß zu geschichtlichem Rückblicke. Sie gehören ganznnd gar der terrestrischen Morphologie an, und nur in einemeinzigen Punkte nehmen sie das Interesse des Paläontologen, dannsreilich auch in um so höherem Maße, in Anspruch. Wir meinendas Auftreten des Menschen, der bisher in keiner älteren Bildung,als im Diluvium, fossil, d. h. in diesem Falle prähistorisch^^nachgewiesen werden konnte.
Von den großen Fortschritten, welche auch die reine, d. h^^^^"^^^nicht unmittelbar zur stratigraphischen Altersbestimmung ausgenützteVersteinerungskunde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundertsmachte, haben wir bereits Notiz genommen. Die biologische Rich-tung stand zunächst noch im Hintergrunde, und die Anschauungenüber Artumwandlung, welche I. B. de Lamarck (1744—1829)seit 1801 in die Welt sandte, blieben ohne erkennbare Resonanz.Nur v. Buch zollte dem kühnen Autor der „?1iilosoxliis 2oo1n-Zic^us" seine volle Achtung, und in der That verdient derselbeunter den Vorläufern Darwins eine besonders ehrenvolle Stelle,wie denn neuere Deszendenztheoretiker sogar behaupten, daß dieLamarcksche Theorie zwar minder fein durchgearbeitet, an Groß-artigkeit der Gesichtspunkte dagegen der Lehre von der Selektionnoch überlegen sei. In der Hauptsache blieb man bei dem dogma-tischen Grundsatze stehen: Die Art ist unwandelbar. Er be-herrscht, obwohl z. B. Bronn die Starrheit der Artbegrenzungnicht billigte, doch die meisten Lehr- und Handbücher unsererPeriode, unter denen F. I. Pictets „Iraits ölsillenwire äsxg,1öont<z1oAiö" (Paris 1844 —1846) und der „luclex xalasonto-loZieus" von Bronn, H. R. Goeppert (1800 — 1884) undH. v. Meyer (1801—1369) am meisten hervortreten.
Die niederen Tiere, die man als Prvtisten oder Protozoenzusammenfaßt, kommen fossil in den verschiedensten Formationenvor und wurden von d'Orbigny , Neuß, Ehrenberg mikroskopischuntersucht. Die Natur der Schwämme wurde erstmalig um 1825von R. Graut aufgeklärt, und als im Jahre darauf Goldfußund Graf Münster ihre „^ktrst^etg. 6si-lng,Oig,<z" herauszugebenbegannen, konnten sie schon 75 Arten von Spongien unterscheiden.Zum Begründer der fossilen Korallenkunde wurde halb unfrei-