302 X. Die Geologie auf dem Wege von L. v. Buch zu Ch. Shell.
willig Ehrenberg infolge des Umstandes, daß er, mit den Existenz-bedingungen dieser kalkausscheidenden Polypen noch wenig bekannt,auch in Meeren der gemäßigten Zone nach lebenden Korallen suchte,jedoch nur versteinerte fand. Die Echinodermen waren vonCuvier auf ihre Stellung im zoologischen Systeme geprüft worden,aber erst v. Buchs klassische Arbeiten über die Seelilien, dieseit 1840 den Forscher angelegentlich beschäftigten, lenkten auchdie Versteinerungskenner auf diesen Formenkreis hin, dein L. Agassiz und E. Desor auch die Seeigel einverleibten. Die Heranshebungder Mooskorallentierchen oder Bryozoen aus der verwirrendenMannigfaltigkeit der Korallen und die Erhebung ersterer zur Selb-ständigkeit bewirkte 1850 H. Milne Edwards (1800—1885).Vielfach wnrde noch zwischen Muscheln und Vrachiopoden,obwohl dieser Name schon seit 1807 im Umlaufe war, kein be-sonderer Unterschied gemacht, bis 1834 v. Bnch den Armfüßlernihre Autonomie sicherte nnd die an den Terebrateln ermitteltenKennzeichen („Schnabelregion") bekannt gab. Für diese Tierewnrden seit 1851 Th. Davidsons (1817—1885) Monographiendie oberste Quelle der Belehrung. Durch Cuvier und de Lamarck war man auf die Kephalopoden als eine ganz originell da-stehende Tiermannigfaltigkeit aufmerksam geworden, aber die zoolo-gische Klassifikation erschien schwierig, bis v. Buch die noch jetztgebräuchliche Ammoniten-Terminologie einführte und zugleich dasMysterium der sogenannten Aptychen dadurch ans der Weltschaffte, daß er diese sonderbaren Formen als Teile vorweltlicherWeichtiere definierte. Die fossilen Insekten, im Karbon sehrhäusig, hatten sich der liebevollen Beachtung E. F. Germars(1786—1853) zu erfreuen. Die Lehre von den fossilen Wirbel-tiereil, zuvor ein ungeordnetes Aggregat zerstreuter und ver-worrener Einzelthatsachen, hatte Cuviers Genialität aus demZnstande des Chaos erhoben, und das von ihm divinatorisch er-schlossene Gesetz der Korrelation der einzelnen Körperteilesetzte ihn in den Stand, aus spärlichen Resten den Körperbau desTieres zu rekonstruieren. Die versteinerten Fische bildeten denGegenstand des kostbaren Werkes, welches L. Agassiz in den Jahren1833 bis 1843 herausgab; ihn unterstützten dabei A. Valen-