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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Fortschritte der Paläontologie.

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ciennes (17941864) und K. Vogt (18171895), und sowohlA.v. Humboldt wie auch L. v. Buch förderten die Herausgabe injeder möglichen Weise. Obwohl Agassiz auch später für einenSchöpsungsplan eintrat, der die Anordnung der Familien,Klassen, Gattungen, Arten ein- sür allemal geregelt habe, spracher sich doch in jenem Werke dahin aus, daß die zeitlich geologischeFolge stets auch ihr embryologisches Spiegelbild erkennen lasse.Den lange fast ganz übersehenen Gegensatz zwischen den einfachergebildeten und deshalb in der Erdgeschichte auch früher sich meldendenAmphibien und den höher entwickelten, erst im Mesozoikum zudnun allerdings üppigster Entfaltung gelangenden Reptilien legteerst 1820 B. Merrem (1761 1824) wissenschaftlich fest; diepermischen und alttriassischen Labyrinthodonten beschrieben 1844H. v. Meyer und W. H. Th. Plieninger, und erstgenanntertrat 1830 der schwierigen Aufgabe näher, die Reptilien beimMangel eigentlicher Schlangen vor der späteren Kreidezeit wesentlichSchildkröten und Saurier wissenschaftlich zu ordnen. Dochwurde seine Einteilung durch diejenige R. Owens (18041892)verdrängt, dem v. Zittel nachrühmt, es habe kein anderer diemorphologische und anatomische Kenntnis dieser Klasse so wie ergefördert. Von versteinerten Vögeln wußte man wenig; über denin Neu-Seeland aufgefuudeneu RieseuvogelDinornis hielt V.Buch18S0 den in Aarau versammelten schweizerischen Naturforscherneinen Vortrng. Um so mehr interessierten die fossilen Säugetier-überreste, die einstweilen strenge ans das känozoische Zeitalterbeschränkt erschienen. Daß es auch in Deutschland einmal Ele-phanten und Nashörner gegeben habe, erfuhr noch das 18. Jahr-hundert durch den hessischen Naturforscher Merck, und gegen dasEnde der zwanziger Jahre machten die großartigen Knochenfuudevon Cannstadt viel von sich reden. An Cnviers musterhafteArbeiten, durch welche insbesondere die diluviale Höhlenfaunabereichert worden war, lehnte sich H. M. de Blainvilles (1778bis 1850) systematische Darlegung des gesamten aktuellen Wissens-standes an, der 1847 C. G. A. Giebel (18201881) eine weiterenachfolgen ließ. Als Spezialisten traten besonders H. v. Meyerund A. Wagner (17971861) in die Schranken, welch letzterem