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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
Seite
304
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Zg4 X- Die Geologie auf dem Wege von L. v. Buch zu Ch. Lyell.

die schöne Aufgabe zufiel, die überaus differentiierte Säugetierfauna,die bei Pikermi in Attika aufgedeckt worden war, zu bearbeiten.Für das Höhleudiluvium haben Buckland und P. Ch. Schmer-ling (17911836) Großes geleistet, während H. Falconer unsdie tertiäre Tierwelt Indiens kennen lehrte.

Im allgemeinen hat von je die Zoopalüontologie mehrFreunde als die Phytopaläontologie gefunden, die erst voretwa hundert Jahren den Charakter einer geologischen Disziplinannahm, dann aber, dank den unermüdlichen Anstrengungen einesE. F. v. Schlotheim (1764 1832), Grafen K. M. v. Stern-berg (17611838) und A. Brongniart, einen kräftigen Auf-schwung nahm. Zur feineren Unterscheidung der botanischen Merk-male verkieselter Hölzer diente seit 1830 das Mikroskop, undfür diesen besonderen Zweck stellte man sogar die oben besprochenenDünnschliffe weit früher her, als man in ihnen das mächtigsteVehikel der Gesteinsknnde kennen gelernt hatte. Nach dieser Seitehin boten die zu Beginn der vierziger Jahre gedruckten Schriftenvon A. I. Corda1849) die reichste Anregung, und umdie gleiche Zeit nahm Goepperts umfängliche schriftstellerischeThätigkeit ihren Anfang. Zumeist hatte man sich auf die älterenBildungen, unter denen das Karbon den größten Reiz gewährte,beschränkt; das Tertiär stand noch im Schatten, wenngleich v. Buchauf phytopaläontologischem Wege die miozänen Braunkohlenablage-rungen chronologisch zu fixieren getrachtet hatte. Neues Lebenkam in das Studium der Tertiärflora, als A. Braun (1805 bis1877) 1845 die berühmten Steinbrüche von Öningen bei Schaff-hansen durchforschte, in denen dereinst der Züricher NaturforscherI. I. Scheuchzer denversteinerten Menschen", einen gigantischenSalamander, aufgefunden hatte. Nächstdem erschienen jetzt auch be-reits litterarische Arbeiten der beiden Botaniker, welche in einerspäteren Zeit als die Meister der känozoischen Flvristik allseitiganerkanut wurden, des Österreichers F. Unger (18001870) unddes Schweizers O. Heer (18091883).

Man dars wohl ungescheut behaupten, daß die ersten fünfJahrzehnte des 19. Jahrhunderts einen ungemein reichhaltigenErtrag für die Paläontologie abwarfen, und daß anf dem damals