Die Lehre von der Facies.
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bereiteten Boden durchaus auch die Folgezeit steheu geblieben ist,mag auch die Zuverlässigkeit der Untersuchungsmethoden inzwischennoch so sehr verschärft worden sein. Eine wie bedeutende Krästignngder zur Zeit einer rein äußerlichen Bestimmuug des Schichtaltersim Dunkeln tappenden Stratigraphie auf diese Weise zu teil wurde,ist uns bereits zum klaren Bewußtsein gekommen. Gerade dieoben nur gestreifte, thatsächlich auf seine Beschreibungen zurück-zuführende Entdeckung Greßlys, daß man an gewissen Kennzeichenzu entscheiden vermöge, ob ein fossiles Tier der pelagischenFauua oder der Strandfauna oder der limnischen Brack-und Süßwassersauua zuzurechnen sei, hatte bedeutende Folgen.Die damit begründete Lehre von der geologischen Facies, von dersich ja freilich gelegentliche Anklänge auch früher schon, bei A. Sol-dani (1733—1808) zum Beispiel, nachweisen lassen, hat derhistorischen Geologie, der Lehre von der Altersbestimmung derSchichten, viel genützt. Und ohne Vertrautheit mit historischerGeologie, mit den chronologischen Wechselbeziehungen gestörterLagerungsverhältnisse ist wiederum die dynamische Geologie,die nunmehr an die Reihe zu kommen hat, nicht vermögend, miteiniger Sicherheit den Wirkungen der am Oberflächenmodelle derErde thätigen Kräfte nachzuspüren.
Der alte Span zwischen Plutonisten und Neptuuisten brauchtuns nicht mehr näher zu berühren; freilich hat sich später, imAnschlüsse an G. Bischof, wieder eine juugneptunistischeRichtung ausgebildet, die es an enthusiastischem Eifer denWernerianern vollständig gleichthat, aber bei der großen Mehrzahlder Geologen aus der ersten Jahrhunderthälste hatte die Über-zeugung platzgegriffeu, daß Wasser und Feuer bei derBildung der gegenwärtigen Erdkruste gleichmüßig be-teiligt waren, quantitativ natürlich das Wasser in höheremMaße. In die Lehre vom Vulkanismus, der sich aus den Bandender kleinlichen Erdbraudthevrie auss entschiedenste losgewundenhatte, warf v. Buch einen Streitapsel, als er die gewöhnlichenVulkaue grundsätzlich den Erhebuugskrateru, Ausblühuugen derErdrinde, die des Zusammenhanges mit dem unterirdischen Hederentbehrten, gegenüberstellte. Alle Basaltinseln gehörten ihm zu-
Günther. Anorganische Nciturwiffenschasten. 20