Zwölftes Kapitel.Der Werdegang der Spektralanalyse.
Weittragende theoretische Konzeptionen haben, das ging ausverschiedenen Partien des vorhergehenden Abschnittes hervor, inder Praxis ihre Quelle gehabt und sich dafür wieder, als wolltensie dafür ihren Dank abstatten, auch der Praxis unmittelbarförderlich erwiesen. Carnot und Clapeyron drückten die Einzel-vorgänge, aus denen sich das Spiel einer arbeitenden Dampf-maschine zusammensetzt, durch deutliche Beschreibungen in Wortenund diese sodann dnrch Formelreihen aus, und diese wieder ermög-lichten das volle Verständnis der analogen Prozesse auch beiMaschinen, deren Kraftquelle eine ganz andere war, wie sich dieszum Beispiel bei der von dem schwedisch -amerikanischen IngenieurJ.Ericsson (1803 — 1889) im Jahre 1855 hergestellten Heiß-luftmaschine zeigte, deren Erklärung gar keine neuen mechanischenLehrsätze erforderte. Auch die große, teilweise als Entdeckungund teilweise auch als Erfindung auftretende Neuerung, mitwelcher die gelehrte Welt gegen Ende der fünfziger Jahre über-rascht wurde, trägt ein solches Gepräge; die Spektralanalyseist ein Kind der praktischen Dioptrik, aber bald wuchs sie überdiesen ihren einfachen Ursprung ganz ungeheuer hinaus, und einbesonderer Abschnitt schien ihr schon wegen der vielfältig anregendenEinwirkungen eingeräumt werden zu müssen, welche von ihr ausdie wichtigsten Zweige der anorganischen Naturwissenschaft, aufPhyfik, Chemie und Astronomie, ja durch das Medium derletzteren sogar auf die der Geologie verwandte Weltenbildungs-lehre, ausgegangen siud und noch ununterbrochen ausgehen.