Die Spektrojkvpie als cmalytischcs Jnstruinent.
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wogegen die durchsichtigen Gase erst bei viel höherer Temperatur indiesen Zustand geraten. Aus älteren und neueren Konstatierungenüber das Spektrum des elektrischen Funkens, die nebeu Wheat-stone nnd Ängström vornehmlich A. P. Masson (1806—1860),dem Begründer der elektrischen PH otometrie, zn danken waren,glaubt Kirchhofs folgern zu dürfen, daß zu den auf der Souuevorkommeuden Urstoffen jedenfalls das Eisen gehört, und zwarläßt er ganz gelegentlich die doch auch uichts weniger als gleich-giltige Bemerkung fallen, daß eine ganze Anzahl von dunklen Liniendes solaren Spektrums sich mit hellen Linien des Eisenspektrumsdecke; zu den ersteren gehört an erster Stelle das D in dem vonFraunhofer angegebenen alphabetischen Schema.
Bestätigte sich die Entdeckung der Heidelberger Forscher, so wardamit zugleich unserer früheren Angabe zufolge eine Erfindung aller-ersten Ranges gegeben: Man konnte aus dem Lichte einesleuchtenden Körpers mittelst spektroskopischer Zerlegungauf dessen chemische Zusammensetzung schließen, und deranalytischen Chemie war ein Erkenntnismittel von bis dahin nvchunerreichter Feinheit znr Verfügung gestellt. Zu diesem Endeaptierten Kirchhofs und Bunsen den bereits vorhandenen Spektral-apparat derart, daß er möglichst exakte Ortsbestimmungen der ein-zelnen Linien zuließ, und untersuchte» die Spektren einer Mengechemischer Elemente und Verbindungen, und zwar in der Weise,daß sowohl die Glühflamme als auch die darin zum Glühen ge-brachten Substanzen variierten. Allein wie auch der chemische Prozeßund die Temperatur wechseln mochten, immer blieb die Lage derLinien der einzelnen Metalle — auf diese kam es vor allem an —die gleiche. Und wenn im Spektrum der durch eine GeißlerscheRöhre hindurchgehenden Funken andere, znvor noch nicht geseheneLinien auftraten, fo waren dieselben entweder auf fremde, vielleichtunbekannte Metalle oder auf das die Röhre erfüllende Gas zurück-führen. Damit war also die chemische Verwendbarkeit derneuen Methode außer Zweifel gesetzt, und auch die astrophysi-kalische Anwendung ließ sich schon sicher herausfühlen, nachdemdie räumliche Identifizierung der Streifen für Natrium, Kalium,Strontium, Barium nnd Calcium mit Fraunhoferschen