Geschichtlich - astrvnomische Forschung.
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(geb. 1836) und F. I. Stndnicka (geb. 1836) hochgehalten worden.Von zahllosen Monographien und Spezialabhandlungen abgesehen,nuter denen ?. Kuglers Rekonstruktion der altbabylonischenAstronomie (1900) hervorragt, hat uns die ueuere Periodeauch zwei große selbständige Werke über die Gesamtgeschichteder Sternkunde, freilich von recht ungleichem Werte, gebracht:Dasjenige von Maedler (1872—1873), das trotz seiner System-losigkeit doch dem sachkundigen Benützer manche Ausbeute gewährt,und dasjenige von N. Wolf (1877), von dem man wohl be-haupten darf, daß es den hvchstgespannten Forderungen Genügethue. Der gleiche, unermeßlich eifrige Gelehrte hat uns noch amEnde seines Lebens, gerade ehe die Feder der niemals rastendenHand entsank, ein als Repertorium nnerreichres „Handbuch derAstrouomie, ihrer Geschichte und Litteratur" (Zürich 1890—1893)hinterlassen, dessen Wert wohl von jedem unumwunden anerkanntwird, zu dessen Pflichten es gehört, über geschichtlich-astronomischeFragen selbständige Studien zu betreiben. Auch eine Amerikanerin,Miß A. M. Clerke, ist auf dem litterarischen Schauplatze miteiner „Geschichte der Astronomie während des 19. Jahrhunderts"(1887; deutsch von H.Maser, Berliu 1389) erschienen, die frischund belehrend geschrieben, jedoch weit davon entfernt ist, der ganzenWissenschaft gleichmäßig gerecht zu werden, indem die physikalischenKapitel den Löwenanteil für sich vorwegnehmen. Ein ganz unent-behrlich gewordenes litterarisches Hilfsmittel hat die astronomischeForschung durch die von 1882 an in Brüssel herausgegebene„LidIioAi-g.xtiis Aknki-alk' cls l'^stronorois" der beideu BelgierI. C. Houzeau und A. B. M. Lancaster (geb. 1849) erhalten.Der Unterricht in der Astronomie hat an Breite und Tiefeaußerordentlich gewonnen; von 27 Universitäten deutscher — oderwenigstens teilweise deutscher — Vortragssprache sind 16 mitregelrechten astronomischen Professuren ausgestattet. Auch insVolk ist die Astronomie mehr als manche andere Disziplin ein-gedrungen. Nicht zu unterschätzende Anregung gewährte das inBerlin organisierte, aber auch auf andere Städte übergreifendeUrania-Unternehmen, um das sich W. Meyer namhafte Ver-dienste erwarb — mag anch vielleicht Einzelneu der Gedanke