436 XIII. Die Astronomie in der zweiten Hälfte deS Jahrhunderts.
thesenbildung Veranlassung. Indessen ist dies gerade ein Gebiet,auf welchem die Spektralanalyse die ihr innewohnende Kraft ent-falten kann.
Wir wollen hiermit unseren Bericht über die neuesten Fort-schritte der beobachtenden und berechnenden Astronomie abbrechen,einen Bericht, dem notwendig noch ein etwas aphoristischer Charakteranhastete, weil eben jenes kräftigste der modernen Instrumente,das die ältere Sternkunde aus den Händen der Astrophysik empfing,vorläufig von der Betrachtung ausgeschlossen werden mußte. KurzeErwähnung ist noch der astronomischen Litteratur unseresZeitraumes zn widmen. Die früher schon in Deutschland gernegepflegte Kunst, schwierige Erkenntnisse in gemeinverständlicher Formeinem größeren Publikum nahe zn bringen, hat sich entschieden ver-vollkommnet, und die populären Werke, welche man von Maedler,I. I. v. Littrvw und E. Weiß, H. I. Klein, W. Meyer,Nalentiner u. n. erhalten hat, trugen mächtig dazn bei, den ohne-hin schon bei uns bestehenden Sinn für eine der schönsten Natur-wissenschaften zu fördern. Doch blieb auch das Ausland keines-wegs zurück, wie die auch in unserem Lande weit verbreitetenLehrbücher des Schweden Gylden und des Amerikaners New-comb darthun mögen. Erfreulich ist auch der Umstand, daß viel-leicht in keinem anderen Zweige der Naturivissenschaften derhistorische Sinn sich so kräftig geoffenbart hat, wie gerade indiesem. Wir erinnern nur au die zahlreichen geschichtlichen Essaysdes hochverdienten zeitigen Direktors der Berliner SternwarteW. Foerster (geb. 1832), der insbesondere die richtige Wert-schützung des größten astronomischen Genies des 17. Säkulums,I. Keplers, angebahnt hat. Die großartige, vorab auch bezüglichdes Kommentares kaum zu übertreffende Ausgabe aller KeplerschenSchriften, die Eh. Frisch (1807—1881) in den Jahren 1858 bis1871 in acht Bänden besorgte, bildet ein nach allen Seiten mnster-giltig dastehendes Nationaldenkmal, und die an N. CopPernicuS'Centenarfeier- (1873) anknüpfenden Arbeiten von L. F. Prowe(1821 — 1387) und M. Curtze (geb. 1837) verdienen auf diegleiche Stufe gestellt zu werden. Gleicherweise ist Tycho Brahes ,des dritten in diesem Bunde, Andenken durch Dreyer, F. N. Friis