Sternhaufen und Nebelflecke.
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heit endlich gehört Schurs Vermessung des auch schon iu älterer Zeitunter dem Namen Praesepe (im Sternbilde des Krebses) bekanntenHansens an, der jeder Eigenbewegung zu entbehren scheint.
Hänfig freilich erlahmt auch des stärksten Teleskopes auf-lösende Kraft an einem Objekte, welches alsdann als Nebelfleck,als eine durchaus gleichförmig schimmernde, nicht weiter differen-tierte Masse aufzufassen ist. Die Fernrohrastronomie vermag alssolche einen absolut giltigen Unterschied zwischen Sternhaufen undNebelflecken nicht zu treffen, aber auf spektralanalytischem Wegeist dieses Ziel gleichfalls erreicht worden. Immerhin hat manauch schou durch die älteren Methoden wertvolle Ausschlüsse überdiese kosmischeu Gebilde erhalten, von denen zwei bereits im17. Jahrhundert — derjenige im Orion von Cysatus und der-jenige in der Andromeda von Simon Marins — entdecktworden sind. Der erstere ist zur Zeit wohl als der best erforschtezu bezeichnen, zumal seitdem Lord Rosse seinen Riesenreflektorauf ihn gerichtet und künstlerisch schöne Abbildungen des Gesehenender Öffentlichkeit übergeben hat. Noch mehr ins Detail geht das1882 herausgekvmmene Werk von E. Holden (geb. 1846) überden Orionnebel ein. Es hat sich auch, obwohl W. Herfchel diesnoch nicht recht anerkennen wollte, herausgestellt, daß es physischeDoppelnebel giebt, die ganz so, wie physische Doppelsterne, zu-sammengehören; d'Arrest hat solche Paare, die eine unverkenn-bare Bewegung zeigen, in größerer Anzahl nachgewiesen, so daßdie Hoffnung, dereinst auch einmal Doppelnebelbahnen berechnenzu können, kaum illusorisch genannt werden kann. Einen um-fassenden, nicht weniger denn 5079 Einzelnummern aufweisendenKatalog dankt man I. Herschel (1864), der sich ans die Vor-arbeiten seiner Tante Karoline stützen durfte; I. L. Dreyer(geb. 1852) hat durch seine Supplemente (1878 und 1888) dieseAnzahl, allerdings auch Sternhaufen mit eingerechnet, bis 7840hinaufgetrieben. Von besonderem Interesse für die Entwicklungs-geschichte der Weltkörper sind physische Veränderungen derNebel, wie denn schon Winnecke Veränderungen ihrer Lichtstärkenachgewiesen hat, und znmal das Auftreten einer Nova, eines
hellen, sternähnlichen Zentralpunktes, giebt zu mannigfacher Hypo-
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