Neuester stand der Astrophvwinetne,
447
schwacher oder lichtstarker als die gewählte Einheit war. Mitdiesem Sternphotometer hat L. Seidel (1821—1896) ausgedehnteMessungen ausgeführt, die sich vou 18S2 bis 1870 erstreckten,leider aber die Folge hatten, daß der Beobachter, der bald einerder hervorragendsten mathematischen Hochschullehrer ward, schweran den Augen zu leideu begann und frühzeitiger Erblindung an-heimfiel. Auch zwei kongruente rechtwinklige Prismen aus ver-schiedenem Glase, die, mit der Hypotenusenfläche aneinander gelegt,ein rechtwinkliges Parallelepipedum ergeben, hat man in Anwendunggebracht, indem man durch Verschieben des einen Prismas dieBilder zweier gleichzeitig anvisierten Lichtpunkte zum Verschwindenbrachte und nun durch eine einfache Formel das Verhältnis ihrerIntensitäten berechnete. Mit einem solchen Keilphotometer,dessen Idee nach Wols auf C. Piazzi Smyth (geb. 1819) zurück-geht, haben 1862 E. Kayser (geb. 1830), 1883 Ch. Pickhard(1808—1893) uud 1887 E. v. Gothard gute Ersolge erzielt.Die meiste Beliebtheit errang sich jedoch, und gewiß nicht ohneGrund, das von Zöllner in einer auch soust bahnbrechendenZchrift („Gruudzüge einer allgemeinen Photometrie des Himmels",Berlin 1861) beschriebene Polarisationsphotometer. An dasFernrohr ist rechtwinklig eine Seitenröhre angesetzt, vor derenLffnuug die Nvrmallichtflamme brennt, deren Bild durch ein totalreflektierendes Prisma unmittelbar neben den Stern gebracht wird.In dem Rohre haben aber anch zwei Nieolsche Prismen Platzgefunden, deren eines durch eiuen Handgriff gedreht werden kann,und so kann man ferner dem künstlichen Sterne jede beliebigeHelligkeit verleihen, vor allem auch diejenige, welche dem Originaleeignet. Das Maß derselben ist dem Quadrate des Sinus des aneiner Teiluug abzulesenden Drehungswinkels proportional. Umaber eine noch größere Übereinstimmung herbeizuführen, ist in dasAnsatzrohr noch ein dritter Nicol eingeschaltet, durch dessen DrehungGleichheit der Färbuug zu erzielen ist. Auch PickeriugsPhotometer von 1882 beruht auf der gekennzeichneten Eigenschaftder Lichtpolarisation. Geistvoll erdacht sind auch mehrere Spektro-Photometer, von denen dasjenige, welches H. C. Vogel undP. Glan (geb. 1846) konstruierten, die größte praktische Brauch-