Mondphotogmphien.
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In den Jahren 1865 bis 1868 ließ W. De la Rue (1815bis 1889) in Verbindung mit B. Stewart (1828—1887) undB. Loewy (geb. 1333) seine wegzeigenden Untersuchungen überSonnenphhsik erscheiueu, welche hauptsächlich aus photographischenAusnahmen erwachsen waren. Der Erstgenannte, ein reicher Eng-länder, der seine ganze Kraft auf diesen neuen Forschnngszweigkonzentrierte, hat für denselben, und zwar vorwiegend sür seinesolare Seite, besonders Hervorragendes geleistet. Er konstruierteein neues Instrument, Photoheliograph genannt; das Fernrohrist natürlich parallaktisch montiert, und statt daß, was mit einigenllbelständen verbunden ist, die Platte in den Brennpunkt des Ob-jektives geschoben würde, wird im Fernrohre selbst eine Vergröße-rungslinse angebracht, die auf der Platte ein vergrößertes Bildentwirft. So wurde die früher zu lange Expositionsdauer, inderen Verlaufe sich die durch die stete Unruhe der Luft bedingtenStörungen viel stärker geltend machen konnten, auf ein Minimumherabgedrückt, denn der Verschluß, der sich automatisch regulierenließ, erfolgte, nachdem das Licht nur etwa den fünfzigsten Teileiner Zeitseknnde eingewirkt hatte. Je Heller der Licht aussendendeKörper ist, um so kürzer muß die Belichtungszeit sein, wenn nichtdie atmosphärischen Bewegungen das Bild verzerrend beeinflussensollen. Auch den Mond nahm De la Rne in Angriff, und mitgeschickter Verwendung der Vibration, durch welche ein kleinerTeil der abgewendeten Mondhalbkngel unserem Sehorgane zu-gänglich wird, stellte er ausgezeichnete photographische Mond-stereoskvpen her. Zu exakter mikrometrischer Ausmessung kleinsterMondgebilde sind L. Weineks Photogramme vortrefflich ge-eignet. Nicht minder gelangen schon nm 1860 Abbildungender Planeten und einzelner Heller Fixsterne. Eine Verbesse-rung des Aufnahmeverfahrens leitete Rutherfurd dadurch ein^daß er eine Abtrennung der chemisch wirksamsten vonden übrigen Strahlen des Spektrums zuwege brachte^und nachdem es ihm geglückt war, jene Kombination einerFlint- und Crownglaslinse ausfindig zu machen, welche die wirk-samen, aklinischen Strahlen vereinigte, zerlegte er sofort eine
Reihe von Sternen, die ohne dieses Mittel nicht als Doppelsterne
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