Druckschrift 
Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
Seite
452
Einzelbild herunterladen
 

452

XIV, Die Astrophysik.

zu erkennen waren. Dnrch Ncismyth, W. R. Dawes (1799 bis1368) und vor allem durch den großen franzosischen AstrophysikerP. I. C. Janssen (geb. 1824), der während der Belagerung von1870 Paris im Luftballon verließ, um an der Beobachtung einerdort nicht totalen Sonnenfinsternis unter günstigen Verhältnissenteilnehmen zu können, wurde jene tiefgehende Kenntnis der feinerenStruktur der Lichthülle der Sonne gewonnen, von welcher nochmehr zu sprechen sein wird. Noch nach einer anderen Richtungwurde die Photographie für die Astrophysik wertvoll; W. Huggins (geb. 1824) und H. Draper (1837 1882) photographiertennämlich die Spektren der verschiedensten Lichtquellen, nachdemA. E. Becquerel (geb. 1820) mit der photographischen Fixierungdes Sonnenspektrums einen guten Anfang gemacht hatte. Mitdem Lockyersehen Apparate kann in der Photographie das Zu-sammensallen eines Streifens mit einer der FrannhoferschenLinien äußerst exakt eingemessen werden.

Photometrie und Photographie vereinigen sich nun aber miteinem noch erfolgreicheren Vehikel der Physikalischen Gestirnforschung,mit der Spektroskopie. Auf letztere brauchen wir uns im ein-zelnen nicht mehr einzulassen, da ja ihre Entstehungsgeschichte be-reits einen eigenen Abschnitt angewiesen erhalten hat. Es ist viel-mehr unsere Absicht nunmehr die, bei der Betrachtung der einzelneuWeltkörper die zusammengreifende Thätigkeit und Leistung der dreiUntersuchungsmethoden im Zusammenhange vorzuführen und zuzeigen, was dadurch in jedem einzelnen Falle erreicht wurde fürdie genauere Ergrüuduug der Beschaffenheit der Gestirne. Hin-weisen wollen wir dabei nur noch auf einige besonders verdienst-liche litterarische Hilfsmittel: Roscoe-Schorlemmer, DieSpek-tralanalyse in einer Reihe von sechs Vorlesungen", Braunschweig 1870; Lockyer,vonti-ikution to Solar ?llvsios", London 1874nndInorZÄuie Involution 8tuäisä kv 8xsot.rv.rn ^nal^sis",ebenda 1900 (höchst geistvoll, aber nicht ohne phantastischen Bei-geschmack); H.Kaiser,Lehrbuch der Spektralanalyse", Berlin 1883;I. Scheiner,Die Spektralanalyse der Gestirne", Leipzig 1890.Dieses letztere Werk wird wohl sür längere Zeit die Rolle einesFührers ans unserem Nrbeitsfelde zu spielen berufe» seiu. Bisher