Einteilung der Meteorite.
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Linienspektrum verwandelt haben würde, hätte die Beobachtungs-dauer eine längere sein können.
Den Meteoriten gegenüber befinden sich Astrophysik undAstronomie in einer ungewöhnlich günstigen Lage, denn währendman sich bei allen übrigen astronomischen Objekren damit begnügenmnß, sie auf eine nach Hunderttausenden, Millionen und Billionenvon Kilometern zählende Entfernung zu betrachten, bekommt manvon ersteren bei gutem Glück dann und wann Exemplare unterdie Hände und kann sie dann mit Muße dem Laboratoriums-versuche unterwerfen. Was thatsächlich zum Erdboden gelangt,ist freilich nur ein winziger Bruchteil der Gesamtheit, denn wieFlammarion (1880) mitteilte, berechnen R. A. Conlvier-Gravier (1803—1868) und Newcomb die Anzahl der in denäußeren Schichten unserer Atmosphäre sich entzündenden Welt-körperchen zu 40 Millionen oder gar zu 46 Milliarden; minimalerscheint vor diesen Riesenziffern die Menge der wirklich herab-gelangten Fallftücke, und wir können uns nur denken, daß diemeisten im Momente verbrennen und sich in feinsten Staub ver-wandeln. Immerhin ist doch die Vertretung der Meteorite inunseren Minernlieukabinetten eine gauz stattliche, wie dies namentlichin München und in Wien zu sehen ist; wie der Bestand schon vorvierzig Jahren war, geht aus der von C. L. O. Buchuer (geb. 1828)im Jahre 1863 veröffentlichten Schrift über die Meteoriten inSammlungen hervor. Im Jahre 1863 versuchte sich als der ersteG. Rose an der Klassifikation dieser Körper, und auf ihngeht die bis zum heutigen Tage üblich gebliebene Scheidung der-selben in die weit häufigeren Eisenmeteorite und die seltenerzu findenden Steinmeteorite zurück. Was wir von letzterer Artwissen, beruht großenteils auf den genanen Analysen des allum-fassenden Geologen v. Gümbel (1881); für die Eisenmeteoritesind die Arbeiten G. A. Daubrees (1814—1896) und Me uniersmaßgebend geworden. Die des erstgenannten gehen bis auf dievon ihm im Jahre 1867 durchgeführte Neueinrichtung des natur-historischeu MuseumS in Paris zurück und ziehen sich bis zu seinemTode hin. Jetzt gewährt das von E. W. Cohen (geb. 1842) im Jahre1894 begonnene größere Werk über Metevritenkunde allseitige