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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Das godiakallicht.

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Tropen, wo das Phänomen sich anerkanntermaßen weit großartigerals unter gemäßigteren Himmelsstrichen entfaltet, mit den Punkten,ans welche sie ihr Augenmerk zu richteu hätten, vertraut zu machen.Solche Winke gaben z.B. Faye (1863) sür die mit Kaiser Maxi-milian nach Mexiko ziehenden französischen Offiziere, Heis (1873)für die wegen des Venusdurchganges nach fernen Ländern ent-sandten Beobachter und E. Weiß (1875) für das von Neumayerherausgegebene, weiter nnten uns aufs neue begegnende Hand-buch für wissenschaftliche Reisende. In der That haben wir vonsolchen Erforschern der heißen Zone viele schätzenswerte Mit-teilungen über das Tierkreislicht erhalten. In Europa beobachtetenBrorsen, Schiaparelli, Heis, A. Serpieri (geb. 1823) u. a.sowohl das Lichtgebilde selbst als auch den matter glänzenden unddeshalb seltener angeführten, immerhin aber schon um 1730 vonPezenas gesehenen Gegenschein, sowie die mitunter beide gegen-einander strebende Lichtobelisken verbindende Lichtbrücke. Dietheoretische Spekulation mußte bei der Schwierigkeit, sich über denOrt des Lichtphänomenes zu vergewissern, mehr als in anderenFällen einen stark hypothetischen Charakter behalten. Serpierierklärte es für rein tellurisch; Houzeau sah in ihm zwar auchein die Erde begleitendes, aber doch weit über die AtmosphärehinansliegendeS Anhängsel der ersteren, das diese wie einen Feder-busch nach sich schleppe; Heis endlich und G. Jones sprechen sich füreine den Erdball ringförmig umschließende, abgeplattete Nebelmasseaus. Diese Ansicht scheint sich immer mehr zn befestigen nnd denSieg über die von den großen Astronomen aus dem Aufange desJahrhunderts befürwortete Theorie davonzutragen, daß die Sonneder Mittelpunkt des im Zodiakallichte zum Ausdrucke kommendenNebelringeS sei. Möglicherweise liegt eine Analogie mit dem Ring-systeme des Saturn vor, das ja auch aus staubförmigeu Körpernzu bestehen scheint. Im Jahre 1888 hat W. Foerster unserenWissensstand von diesem Seiteugebiete der Himmelskunde, welchesoffenbar zugleich ein Grenzgebiet gegen die Geophysik darstellt,trefflich gekennzeichnet und zumal den Gegenschein ganz in derselbenWeise auf eine rein perspektivische Folge des dnrch unser Ange be-thätigten Projizierens des Lichtkegels auf eine Kugelfläche zurück-