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XIV. Die Astrophysik,
geführt, wie man dies auch in der meteorologischen Optik thut, um„das Wasserziehen nach dem Gegenpunkte des Horizontes" zu er-klären. „Der Gegenschein wäre nichts anderes als der scheinbareKonvergenzpunkt der Lichthüllen oder Lichtstreifen, deren Mittel-linie oder Achse die nach der Nachtseite verlängerte Verbindungs-linie des Sonnen- und des Erdmittelpunktes bilden würde." In derLichtstärke des Zodiakallichtes hat man neuerdings Schwankungenwahrgenommen, welche allem Vermuten nach mit der elfjährigenSonnenfleckenperiode in einer gewissen Beziehung stehen.
Die Spektralanalyse wurde erst im Jahre 1867 auf die unshier beschäftigende Erscheinung angewendet, und gleich bei diesemersten Zusammentreffen machte Angström eine merkwürdige Wahr-nehmung: Die damals schon bekannte helle Nordlichtlinie,welche einer Wellenlänge von 0,0005567 Millimetern ent-spricht, tritt auch im Spektrum des Tierkreislichtes auf.Auch dieses weist aus den terrestrischen Ursprung des letztereu hin,und die damals noch sehr in der Lnft schwebenden Auseinander-setzungen in Mairans Werke (1731) über einen wahrscheinlichenund sehr engen Zusammenhang zwischen dem an die Ekliptik ge-bundenen Zodiakallichte und dem auf polare und subpolare Bezirkebeschränkten Nordlichte wurden nun wieder mehr beachtet. Alleindie weiteren Mitteilungen von spektroskopischer Seite schufenwiederum ein anderes Bild. M. Hall hatte zu Ende der acht-ziger Jahre Gelegenheit, auf der Insel Jamaika Beobachtungendieser Art unter vorteilhaften Bedingungen anstellen zu können,und diese ergaben für den Lichtschimmer ein kontinuierliches,der Linien ermangelndes Spektrum, in welchem man nur ein — mitder Annäherung an die Sonne seinen Platz wechselndes — Hellig-keitsmaximum bemerkt hatte. Indem H. Ebert (geb. 1861) dieAngaben Halls (1890) nachprüfte, fand er, daß das Tierkreislichtsich spektroskopisch ganz neutral verhielt, während sich in der Thatdie behaupteten Helligkeitsunterschiede sehr gut abhoben. Eberthält mit Rücksicht auf diesen Befund dafür, daß es schwierig sei,im Spektrum die Einwirkung des Ekliptiklichtes von jener des dif-fusen Tageslichtes zu trennen, und wenn man sich AngströmsAussage genauer ansieht, so läuft sie eigentlich aus dasselbe hinaus.