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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Spektroskopie der Nebelflecke.

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wirken, und Belopolsky konnte (1396) auf diese Weise durchBestimmung der zwischen zwei gleichsinnigen Verzerrungen ver-streichenden Zeit die Umlaussdauer für die eine Komponentedes Doppelsternes « Kswinoruru ermitteln. Der gleiche Autorhat in neuester Zeit seine Methode auch bei /Vir^iois uud /I^soriiszur Anwendung gebracht. Der hellste Stern der Zwillinge hatanch die Aufmerksamkeit der Astronomen von Cambridge (England )auf sich gelenkt, und aus der Kombiuierung ihrer Beobachtungenmit denjenigen Belopolskys folgt, daß der eine der beidenSterne, in welche Kastor zerfällt, einen ungefähr 1000 Jahre zueinem Umlaufe benötigenden und selbst wieder von einem Trabantenbegleiteten Gefährten besitzt. Anch der periodische Lichtwechseleines Sternes kann, wie der russische Astronom aus den PulkovaerSpektralmessungen folgert, in der Weise erklärt werden, daß znverschiedenen Zeiten verschieden große Bewegungskomponenten mitder Gesichtslinie zusammenfallen.

Anch sür die Erforschung der Nebelmassen des Himmelshat die Astrophysik mit Eifer gesorgt. Seitdem der im November1876 von I. Schmidt in Athen entdeckte neue Stern im Schwanbinnen 13 Jahren von der dritten zur sechzehnten Größe herab-gesunken und während dieser Zeit Veränderungen dnrchgemacht hat,die sein ursprünglich kanneliertes in ein kaum mehr wahrnehm-bares kontinuierliches Spektrum übergehen ließen, während er da-zwischen auch äußerlich an eiuen planetarischen Nebel erinnerte,bildete sich, wie besonders Pickering wollte, die Überzeugung aus:Eine ganz feste Grenzlinie zwischen Sternen nnd Nebelnläßt sich nicht ziehen. Es giebt gasförmige Sterne miteinem ausschließend aus hellen Linien zusammengesetzten Spektrumund planetarische Nebel, deren Lichtzerlegung ein nahe über-einstimmendes Resultat ergiebt, und die, um A. Clerkes sinnreicheWorte wiederzugeben, die Mitte jener sehr langen Reihe ver-schiedener astraler Zustände einnehmen, an deren beiden Endender dem Verglühen nahe Sirius und das matt leuchtende Nebel-aggregat um das Trapez des Orion ihren Platz zu erhalten haben.Hierher gehört auch die sehr merkwürdige Entdeckung der NovaAndromedae, welche im August 1885 von I. W. Ward zu