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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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Fünfzehntes Kapitel.

Die mechanischen Disziplinen in derneuesten Zeit.

Wir haben im achten Abschnitte die Physik als ein einheit-liches Ganzes bis znr Mitte des Jahrhunderts verfolgt. DieseVereinigung einer Reihe ganz verschiedenartiger Disziplinen ineinem einzigen Kapitel wäre ja natürlich auch jetzt noch keine sach-liche Unmöglichkeit, so weuig wie in den Lehrbüchern dieser Wissen-schaft, die in ihrer sehr großen Mehrzahl keine grundsätzlicheTrennung vornehmen, soweit sie nicht überhaupt von vornhereindie alte historisch gewordene Einteilung der Naturlehre in Statik,Dynamik, Akustik, Optik, Wärme-, Elektrizitäts- und Magnetismus-lehre aufgeben und die Motive zu ihrer Klassifikation der modernenEnergetik entnehmen. Daß letzteres an diesem Orte nicht ge-schehen darf, versteht sich von selbst, denn die Geschichte hat dieDinge zu nehmen, wie sie geworden sind, und nicht, wie sie sicheinem besonders weit blickenden Auge am Schlüsse des zu schilderndenAbschnittes darstellen. Gleichwohl macht sich eben in dem Zeit-räume, in den wir nunmehr eintreten, der innere Gegensatz zwischenden mechanischen Disziplinen, zu denen seit R. Mayer,Helmholtz und Jonle anch die Wärmetheorie zu rechnen seinwird, und denjenigen Zweigen, welche nach der älteren Anschauungdie Physik der Imponderabilien darstellen, so entschiedengeltend, daß eine Scheidung der beiden Hauptpartien sich ganzvon selber empfiehlt. In die erste Abteilung wird also die Lehre