Ausbildung der Luftpmnpcntechuik.
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über Molekularphysik und Atomistik au und für sich nochmals znjenen zurückgeführt werden, und anderenteils scheiden wir einst-weilen alle auf die Losung fester Körper uud auf die Osmosebezüglichen Fragen aus, weil diese u. a. iu dem selbständigen Abschnitteder physikalischen Chemie ihre natürliche Stelle finden. Wir wendenuns mithin gleich der Lehre von den elastischen Flüssig-keiten zu. Wie schvu angedeutet, hat die Technik des Luftaus-pumpcns iu der neueren Zeit beträchtliche Vervollkommnungenerlebt. Die alte Guericke-Methode hat freilich ebenfalls hieranteilgenommen, allein auf dem hier eingeschlagenen Wege konnteman zu einer völligen Beseitigung des sogenannten schädlichenRaumes, dessen Vorhandensein die gänzliche Evakuation unmöglichmachen hilft, nicht gelangen; immerhin haben die neuen Hahn-verschlüsse von J.G.Graßmann (1779—1852) und J.Babinet(1794—1872) die Verdünnung bis zu sehr hohen Graden zu treibengestattet. Da aber doch der prinzipielle Gegensatz zwischen dernach der Natnr der Dinge nur bedingten Guerickeschen Leereund der so gut wie absoluten Torricelli scheu Leere besteht, soerschien es wünschenswert, auch die letztere unmittelbar ausnützenzu köuuen, um so mehr, da für die neueren Versuche über Glimm-licht u. s. w. Glasröhren, in denen außerordentlich verdünnte Gaseeingeschlossen waren, zur Notwendigkeit wurden. So konstruiertedenn der uns Wohl bekannte Glasbläser Geißler, zunächst aufAnregung des mit dem Studium der Blutgase beschäftigtenPhysiologen K. F. W. Ludwig (1816—1895), die Quecksilber-luftpumpe, zu deren Verbesserung später G. PH. v. Jolly (1809bis 1884) nnd A. I. I. Toepler (geb. 1836) mitgewirkt haben.Zwei Glasgefäße ^ und L stehen durch ein Glasrohr und durcheinen Schlauch miteinander in Verbindung, und ein mit doppelterBohrung versehener Hahn gewährt die Möglichkeit, ^ sowohl mitLuft als auch mit dem auszupumpenden Ranme in Verbindungzu setzen. Aus dem Gefäße L läßt man durch den Schlauch Queck-silber nach ^ abfließen, bis letzteres Gefäß vollständig gefüllt ist;wird dann der Hahn gedreht uud L gesenkt, so solgt dieser Senkunganch das in ^ befindliche Quecksilber, und darüber bildet sich eineLeere, die, mit dem Rezipienten Verbünde«, auch dessen Entleerung