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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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Optische Darstellung der Klangphänomciic,

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6es oväss solloi-W", den Helmholtz als Vibrationsmikroskopfür seine Absichten optierte, und der die Schwingungskombina-tionen gestrichener Stimmgabeln zur unmittelbaren Anschauungbringt. Es zeigen sich in den oszillierenden Spiegeln die sonderbarverschlungenen Lissajous-Kurven, deren geometrische Eigen-schaften 1877 W. Braun des nähereu untersucht hat. Maumacht von dieser Spiegelmethode auch Gebrauch, um eiue Stimm-gabel durch kleine gestaltliche Veränderungen auf den Normalton nach französischem Muster macht das Normal-a 870 halbeSchwingungen in der Sekunde zn stimmen; wenn nämlichdie Lichtbilder vollständig übereinstimmen, so daß keine Kurvenmehr resultieren, so haben die Schwebnngen aufgehört, und derSchwingungszustand beider Gabeln ist der gleiche geworden. DieZusammensetzung zweier uuter rechtem Winkel sich vollziehenderOszillationen gestattet das U n i v e r s a l k a l e i d o p h o n von F. E. M e l d elgeb. 1832) bequem zu überblicken. Übrigens hat man die Vibra-tionen der Stimmgabelendeu auch auf andere Weise zur Selbst-registrierung gebracht; eiu älteres Verfahren W. Webers ver-bessernd, ließ Duhamel 1842 deu an der schwingenden Spitzerechtwinklig befestigten Schreibstift seine Bahn auf der Mantel-fläche einer bewußten Trommel aufzeichnen, und Wert heim be-thätigte eine Umkehrung der Methode, indem er aus einer solchenKurve und aus der bekannten Tonhöhe der Gabel kleine Zeit-unterschiede erschloß. So entstanden die Vibrationschrono-skope von Wheatstone, Pouillet, Konstantinow, Beetz,N. Koenig und Hipp, nnd solchen Apparaten hat man es zudanken, wenn man jetzt recht genau weiß, wie lange z. V. eineKugel im Laufe des Schießgewehres verbleibt. Die Schwinguugeuelastischer Platten haben N. Radau (geb. 1835) und A. Elsas(18551897) studiert, von welch letzterem man unter anderemauch eine hübsche Einleitung in die neuere Akustik erhalten hat.Die Saitenbewegungen waren gegen die von anderen elastischenKörpern ausgeführten Schwingnngsznstände längere Zeit etwas inden Hintergrund getreten, aber 1891 zeigten O. Krigar-Menzelund A. Raps, daß die Photographie ein treffliches Mittel dafürabgebe, die einzelnen Lagen, durch welche eine schwingende Saite