Fortschritte der Photometrie.
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Die terrestrische Lichtmessung verfügt seit 1843 überBunsens von Desaga modifiziertes und seitdem ungemein ver-wendbares Fettsleckvhotometer; auf undurchsichtigem Papierewird ein kleiner Teil durch Tränkung mit Stearin u. dgl. durch-scheinend gemacht und nun durch die beiden der Vergleichungunterstellten Lichtquellen von zwei Seiten her beleuchtet, bis völligeNeutralität eingetreten ist; alsdann verhalten sich die Lichtstärkenumgekehrt wie die Quadrate der Entfernungen beider Lichter vondem Flecke. Wenn man nach dem Borgange von Lummer nndBrodhun zwei total reflektierende Prismen mit den reflektieren-den Flächen, deren eine schwach gekrümmt sein mnß, aneinanderdrückt, erreicht man den von Buusen angestrebten Zweck in nochbequemerer Weise. H. Wild (geb. 1833) gab 1865 eiu Polari-sationsphotometer, W. Siemens 1875 das mit der licht-empfindlichen Eigenschast dieser Substanz geschickt operierendeSelenphotometer, Zoellner 1879 das Skalenphotometeran, beruhend aus Crookes ' Feststellung, daß man durch dieUmdrehuugsgeschwindigkeit des viel besprochenen Radiometers dielebendige Kraft und mit ihr die Intensität des durch die Licht-schwingnngen bewirkten Eindruckes messen könne. Um verschieden-farbiges Licht photometrisch vergleichen zu können, dient v. Vier-ordts Spektralphotometer, welches sich unter den HändenH. C. Vogels auch auf himmlische Messungen anwendbar erwiesenhat. Von Lommels neuem Grundgesetze der Photometrie, welchesdas Lambertsche verdrängt hat, ist bereits oben die Rede gewesen.
Zu denjenigen Erscheinungen, deren experimentelle Untersuchungund mathematische Fixierung dem Leben des Menschen die größtenBorteile gewährt, gehört das künstliche Licht, nnd so mußtedenn natürlich auch eine physikalische Beleuchtungstechnikentstehen, deren wichtigste Ziele sich dahin charakterisieren lassen,daß erstens in möglichst einfacher und billigster Weise ein mög-lichst großer Erhellungseffekt erzielt, und daß zweitens eine genaueVergleichuug der verwendeten Lichtquelle mit eiuer leicht definiertenLichteinheit erreicht werde. In der ersten Hälfte des 19. Jahr-hunderts galten die nach einen? französischen Chemiker benanntenMilly-Kerzen für besonders geeignet, ihres gleichmäßigen