584 XVI- Licht, Magnetismus u. Elektrizität in der 2. Hälfte d. Jahrhunderts.
leicht entzündet werden; die von einem brennenden Zündhölzchenentwickelte Wärme reicht dazn hin, und so ist denn die Lampe vonWalter Nernst wegen ihrer Leuchtkraft, Dauerhaftigkeit und Hand-lichkeit ohne jede Übertreibung als der Lichtbringer der nächstenZukunft anzusprechen. Als ein Spezialkapitel der praktischenPhotometrie hat man jenes aufzufassen, welches die Helligkeits-verhältnisse von Wohnräumen und Schulsälen behandelt; sei esnun, daß die diffuse Strahlung des Sonnenlichtes, sei es, daßeine Anzahl von Kerzen oder Lampen das Licht verbreitet. Sehrwertvolle Ausschlüsse über diese Dinge und über die Art und Weise,wie die Anforderungen der Schulhygiene ihre Befriedigung findenkönnen, sind von Ophthalmologen und Physikern, so besonders vonI. Ritz (geb. 1848), geliefert worden.
Über die Frage nach der Fortpflanzungsgeschwiudigkeit desLichtes sich ausznsprechen, wird die bessere Gelegenheit erst bei derLehre von den elektrischen Wellen gegeben sein. Wir wendenuns zunächst der Dispersion zu, welche ja schon durch ihr bloßesBestehen den Austoß zur Begründung der im 2. Abschnitte behandeltenSpektralanalyse gegeben hat. Um die Theorie der Farbenzerstreuuughat sich E. Kette ler (geb. 1836) sehr verdient gemacht und ins-besondere auch deren Beziehungen zur Absorption der Prüfungunterworfen. Diese zumeist selektiv wirkende Eigenschaft derKörper, je nach ihrer Eigenart Strahlen von einer gewissen Artden Durchgang zu verwehren, ist es, die das Auftreten derKörperfarben bedingt. Diese Farben hasten aber der Materienicht immer fest au, sondern sie können auch durch äußere Ein-flüsse hervorgernsen werden, um nach längerer oder kürzerer Zeitwieder zu verschwinden. Ein Körper ist, der von E. Wiedemanneingeführten Begriffsbestimmung gemäß, in Lumineszenz, wenner Licht ausschickt, ohue daß eiue Temperaturerhöhuug bemerkbarwird, was wohl damit zusammenhängt, daß innerhalb der Moleküleein Zustand lebhafter Schwingung obwaltet. Die gelegentlich schonfrüher, so vonGoethe (AbschnittVIII), wahrgenommene Fluoreszenzist eigentlich erst 1845 durch I. Herschel als ein des Studinmswürdiger Gegenstand erkannt worden; man hat es mit eineranomalen Dispersion zu thun, die zuerst am grünen Flußspat