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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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586
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586 X VI. Licht, Magnetismus u. Elektrizität in der 2. Hälfte d. Jahrhunderts.

der letztere faßte Alles, was man darüber vor dreißig Jahren wnßte,in einem 1868 zu Paris erschienenen Werke zusammen, dessen nochheute kein auf gleichem Gebiete Arbeitender entraten kann. Schonhatte er (1859) den Physikern das PhosPHoroskop nnd mit diesemeinen Apparat gegeben, dessen Benützung ihm nnd seinen Mit-arbeitern die wichtigsten empirischen Thatsachen lieferte. Von derfreiwilligen Phosphoreszenz abgesehen, die bei Pflanzen und Tierenauftritt, die W. G.Hankel (18141898) auch am faulenden Fleischestudierte, und die uach Ehrenberg bekanntlich großenteils dasherrliche Bild des Meerleuchtens hervorruft, kann solch sekundäresLicht erzeugt werden dnrch Temperatursteigerung, dnrch mechanischeEiuwirkuug, durch Elektrizität und Besonnnng. Zwischen Fluoreszenzund Phosphoreszenz scheint kein eigentlicher Unterschied zn bestehen,indem fluoreszierenden Stoffen durchweg auch einige Phosphoreszenzeigen zn sein scheint. Vielleicht rühren die immerhin vorhandenenAbweichungen, die hauptsächlich dariu gipfeln, daß die Phosphoreszenzweit länger als die ihr verwandte Erscheinung nachwirkt, von einerverschiedenen Kosrzitivkraft der Körper her, wie mau solche beimMagnetismus erforscht hat. A. H. Emsmann (18101839), der1861 diese Ansicht aufstellte, wollte auch von der gewöhnlichenoder positiven Fluöreszenz eine negative getrennt wissen, derenKennzeichen eine Verstärkung der Brechbarkeit der von solchenKörpern ausgehenden Strahlen sein sollte, nnd Tyndall kam1864 mit seiner Annahme der Kaloreszenz auf den gleichenEndzweck hinaus, doch hat sich dieser Gegeusatz späterhin nicht mehraufrechterhalten lasseu. In viel späterer Zeit ist der Phosphoreszenzeine sehr wichtige Rolle im Bereiche der Spektralforschung zugeteiltworden. Wir wissen, daß die infrarote und ultraviolette Fortsetzungdes gewöhnlichen Spektrums nur thermisch und chemisch, nicht aberoptisch wahrnehmbar ist, weun es anch schon ungewöhnlich ver-anlagte Angen gegeben haben soll, die im kurzwelligsten Teilelavendelgraue Farben töne gesehen hätten. Indem aberLommel 1889, unterstützt von L. Fomm, mit der Phosphoro-photographic vorging, vermochte er die mindest brechbarenSpektrumsteile wirklich darzustellen, lind gleicherweise gelingt es,dnrch Vorhalten von Platten, welche mit gewissen phosphores -