588 XVI. Licht, Magnetismus u. Elektrizität in der 2. Hälfte d, Jcchrhnnderts.
Wissenschaft als solche weniger Interesse, obwohl gewiß nicht zuleugnen ist, daß der kleine Kodak -Apparat, den ein Einzelnerbequem bei sich tragen kann, reisenden Geographen und Natur-forschern zu einer Fülle wertvoller Skizzen verhilft. Seit die fürdie Astrophysik unentbehrlichen Momentverschlüsse allgemeinenEingang gefunden haben, wurde es möglich, nicht nur kontinuier-liche Serienbilder, sonderu auch, uuter Edisous Vortritt, die raschbeim Publikum beliebt gewordenen Kinetoskope und Kinemato-graphen zu erzeugen, welche mittelst objektiver Abbildung aufeinem Schirme anscheinend wirkliche Nachbildungen eines Be-wegungsvorganges in Miniatur entstehen lassen; in der Sekundekönnen bis zn 15 Einzelansnahmen gemacht werden, und indemnun die durchsichtigen Positivbilder auf einem langen Celluloid-bande vorüberziehen, bekommt der Beschauer den Eindruck, daß erdie verkleinerte, d. h. aus der Ferne gesehene Wirklichkeit vor sichhabe. Auch Mutoskop und Biograph der jüngsten Vergangenheitund Gegenwart beruhen auf einem ganz ähnlichen Prinzipe. DieMikrophotographie hat Abbe auf ihre theoretische Leistungs-fähigkeit geprüft und gefunden, daß dnrch Ausnutzung der chemischwirksamsten Strahlen noch ziemlich weit über die bisherigen Grenzenwerde hinausgegangen werden können. P. Jeserich (1888) undMarktanner (1890) lehren die bei der Wiedergabe mikroskopischerObjekte zu beobachtenden Maßnahmen, während das Ganze derPhotographie in den Werken von G. Pizzighelli (1391—1892)und Vogel (von 1890 an) abgehandelt wird. Speziell für dieMomentphotographie ist J.M.Eders Anleitung (1886—1888)zu vergleichen. Nach einer ganz neuen Seite hin hat die Lichtbilder-technik ein umfangreiches Terrain dadurch erobert, daß fie sich zurPhotogrammetrie oder Bildmeßkunst erweiterte. Die geo-metrische Grundidee derselben, Konstruktion einer Karte odereines Bildes aus zwei räumlich distanten Aufnahmen,ist nicht neu, sondern geht weit ins 18. Jahrhundert zurück, aberan eine Verwirklichung ersterer war erst infolge der exakten Ab-bildungen des in Rede stehenden Bauwerkes oder Terrainstückesernsthaft zu denken. Im Jahre 1854 schlug zuerst A. Laussedat(geb. 1819) vor, den als <üamei-!>. luc-icla bekannten optischen