Phvtogrammetne,
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Apparat in den Dienst dieser geodätischen Aufgabe zn stellen, undein Dezennium später zog er zu gleicher Absicht die Photographiehervor, die sich bald als eiu Hilfsmittel raschen Arbeitens beknndeteund deshalb anch als Phototachygraphie den Beifall der Map-peure fand. Ihre Feuerprobe bestand dieselbe bei der Kartierungder zerrissenen, überaus schwer zugänglichen Grenzgebirge zwischenFrankreich und Piemont, wo der italienische Topograph PaganiniÖrtlichkeiten schnell und gut kartographisch festlegte, die jedemanderen Verfahren die allergrößten Schwierigkeiten entgegengesetzthaben würden. Seit dem Ende der achtziger Jahre ist die Photo-grammetrie auch noch auf einen weiteren Zweig der Terrainaus-nahme mit dem größten Erfolge angewandt worden; Finster-wald er that dar, daß phototachymetrisch eine bisher ganz unge-ahnte Schärfe in der Abbildung der Gletscher zu erzielen sei,und seitdem ist durch ihu selbst, sowie durch die von ihm angeregtenBeobachter G. Kerschensteiner , H. Heß, Schunck, Blümckcu. a. sür eine ganze Anzahl—vorzugsweise tirolischer — Gletscherdie Jsohypsendarstellung so exakt durchgeführt worden, daß manüber die Zunahme oder das Schwinden der Eismassen die aller-sichcrsten Aussagen zu machen befähigt wnrde. Der Photo-theodolit von K. Koppe (geb. 1844) erleichtert das Ganze derMessnugen vorzüglich; Anweisungen zur Ausführung derselbengaben ebenderselbe (1889), sowie F. Steiner (1891) undF. Schiffner (1892). Geradezu eiuen Triumph hat die Bildmesz-kunst auch bei architektonischen Reproduktionen gefeiert, in denensich Stolze und Meydenbauer ausgezeichnet haben.
In der neuesten Zeit hat die Photographie eine Verbesserungerfahren, die rein praktisch zwar noch lange nicht an ihrem Endeangelangt ist, theoretisch aber bereits zn wichtigen Einsichten indas Wesen der Farbenlehre geführt hat. Nicht mehr bloß durchdie Verschiedenheit ihrer Energie sollen die von den verschiedengefärbten Partien des Originales ausgehenden Strahlen auf dasBild wirken, sondern es sollen die natürlichen Farben selberauf diesem zum Vorschein kommen. Um die Erforschung der Be-dingungen, unter denen dies geschehen kann, haben sich besonders derLuxemburger G.Lippmann (geb. 1845) undO.Wiener (geb. 1862)