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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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590 XVI. Licht, Magnetismus u, Elektrizität in der 2. Hälfte d, Jahrhunderts.

bemüht, wogegen das eigentlich technische Moment schon von einerVielzahl gewiegter Kenner der Photographie, unter denen etwaJolly, Ducos du Hauron und De St.-Florent besonders zuueunen wäre, allseitig abgehandelt wurde. Eine erste orientierendeÜbersicht über die Photochromographie besitzt mau von Du-moulin (I^sg oou1sur8 rsxroäuitss pllotc>Ars.r>llie", Paris 1894). Als Gruudzug derselben kann man die Herstellung mehrererNegative bezeichnen, deren jedes, indem für die anderen Farbeneine Abblenduug stattfand, nur eine einzige, bestimmte Grund-farbe enthält. Diese einfarbigen Negative werden dann so über-einander gelegt, wie es notwendig erscheint, um die der Naturentsprechende ZusammenN>irkung der verschiedenen Färbungen her-vorzubringen. Ebenso wie beim Bnchdruckprozesse in Naturdrei-farben teilt Jolly die Gesamtheit der Pigmente oder Farbentöne,die dem abzubildenden Gegenstande anhaften, in die drei Funda-mentalfarben Rot, Gelb und Blau, und indem er ein sogenanntesRaster mit drei durchsichtigen Linicnsystemen zu Hilfe nimmt,bewirkt er durch dieses eine Aufnahme auf ein und derselben licht-empfindlichen Platte, indem eben die drei Farben auch nur dieihueu entsprechenden Lichtwellen durchlasseu. Die Platte enthältjetzt drei farbige Rastersysteme, uud diese lieseru ein Diapositiv,d. h. ein Glasbild, welches beim Dnrchsehen positiv erscheint. DieHerstellung der Raster (Liniensysteme) geschieht mit besvnderenLiniiermaschineu. Wird endlich das Diapositiv mit dem in dreiFarben rastrierten Originale zur Deckung gebracht, so kommt dasfarbige Gesamtbild zu stände.

Um auch noch von den sehr wichtigen theoretischen Ergebnisseneiniges zu sagen, welche wir als ein Nebenprodukt der auf dieFarbenphotvgraphie gerichteten Bemühungen bezeichneu dürfen, soerwähnen wir, daß die Lehre von den stehenden Lichtwellen,wie sie durch Interferenz einfallender und reflektierter Wellen ent-stehen, daraus ihre Vorteile gezogen hat. Eine gegen den Spiegelgeneigte Ebene schneidet zwei Systeme unter sich paralleler undgleichabständiger Geraden aus, und zwar wächst der Abstand dieserletzteren, wenu man die Schnittebene mit der spiegelnden Ebeneeinen recht kleinen Winkel bilden läßt; wäre er ein rechter, so