Magnetische Fundcunentalerschciuungcn.
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E. T. Joues geliefert, und Dub hat gegen Ende der sechzigerJahre das Wesen des magnetischen Sättigungsznstandes näher zubestimmen gesucht. Der späteren Zeit gehören an die Studien überPermeabilität eines Stoffes sür die magnetischen Kraftlinien.Alle Stoffe sind im allgemeinen durchdringlich für jene, dennwenn man zwischen den Polen eines Magneten und einem Eiscn-körper eine dünne Platte von beliebigem Materiale anbringt, sowird das Eisen doch angezogen. Aber allerdings ist von allenbekannten Stoffen Eisen der permeabelste, derjenige, bei dessenDurchdringung den Kraftlinien der geringste Widerstand entgegen-gesetzt wird. Den ihm einmal mitgeteilten Magnetismus hält jederin diesen Zustand versetzte Körper mit größerer oder geringererZähigkeit zurück; die Kosrzitivkraft ist durchaus nicht immer diegleiche. Zu diesem Begriffe steht ein zweiter in sehr enger Be-ziehung, auf dessen Formulierung man allerdings erst geführtworden war, nachdem man Eisenkerne durch galvanische Ströme,die um erstere herumgeführt worden waren, magnetisch zu machengelernt hatte, der aber auch unabhängig von dieser speziellen Artdes Magnetisierungsaktes, wenn auch minder drastisch, in die Er-scheinung tritt. Es ist die sogenannte magnetische Hysteresisimagnetischer Rückstand), auf die man erst in den letzten Jahren,als auf ein störendes Moment bei der Verwendung magnetelektri-scher Maschinen, aufmerksam geworden ist. K. Heiuke hat unserWissen von derselben übersichtlich geschildert. Weiches Eisen wird,wenn es der Strom durchstießt, nicht sofort magnetisch, sondern esdauert eine kurze Zeit, bis die zuerst widerwilligeu Moleküle sichin die ihnen aufgezwungene Richtung eingestellt haben, und um-gekehrt giebt es beim Aufhören dieser Einwirkung den empfangenenMagnetismus nicht augenblicklich wieder ab. Bei gleicher Strom-stärke, oder allgemeiner bei gleicher Intensität der magnetisierendenWirkung, ist somit der erregte Magnetismus kleiner, wenn derErregungsakt sich allmählich verstärkt, als wenn sich derselbe all-mählich abschwächt. Zumal Elektromagnete sind also niemals völligzuverlässig; es findet in ihnen, wie man sich etwas drastisch aus-drückt, eiu Kriecheu der magnetischen Ladung, statt. Nach den
Studien, die 1885 J.A.Ewing (geb. 1855), 1887 Lord Rayleigh ,
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