596 XVI. Licht, Magnetismus u, Elektrizität in der 2. Hälfte d, Jahrhunderts.
1897 I. Klemencie (geb. 18S3) angestellt haben, setzt sich jedermagnetische Übertragungsprozeß aus zwei Teilen zusammen, und esist nur der erste Akt, der unmittelbar mit den magnetischen Kräftenzusammenhängt, wogegen der zweite, noch nicht völlig aufgeklärte,erst beginnt, wenn der erste bereits ganz und gar abgelaufen ist.
Wenn es richtig ist, daß ein bislang unmagnetischer Körperdem auf ihn einwirkenden Impulse, sei es des Bestreichens miteinem Magnetstabe oder eines Jnduktionsprozesses, nicht unverzüg-lich nachgiebt, weil eben seine kleinsten Teile aus ihrer Ruhelageheraus- und so gedreht werden, daß ihre magnetischen Achsen sichparallel einstellen, so darf man von vornherein vermuteu, daßDrillung eine gewisse magnetisierende Kraft ausübenwerde. Daß dem wirklich so ist, bewies Wertheim im Jahre1852. Ist ein Magnetstab gesättigt, hat er also eine so starkemagnetische Beeinflussung erfahren, daß keine Erhöhung derselbenmehr angängig ist, so verliert er durch Torsion an magnetischerStärke und gewinnt dieselbe, wenigstens größtenteils, wieder zurück,wenn die tordiereude Kraft zu wirken aufgehört hat. Auch eineVerlängerung von Magnetstüben, die sich, wie man kurz sagt,im Bereiche eines anderweiten Magnetfeldes von hinreichenderIntensität befinden, beobachtete Joule. Nach G. Wiedemannund Beetz (1860) muß man glauben, daß die einfachste Moleknlar-hypothese, die man ausdenken kann, diejenige nämlich, daß eineDrehung der Partikeln bis zu paralleler Achsenstellungdas Magnetischwerden eines Körpers bedingt, vollkommen zureicht,um die Kausalzusammenhänge zwischen mechanischen und magneti-schen Vorgängen zu erklären; man sieht dann auch ein, weshalbbloße Erschütterung eine gewisse Richtkraft ausübt und den be-troffenen Körper schwach magnetisch macht. Als natürliches Seiten-stück des gewöhnlich allein beachteten Paramagnetismus ist unsfrüher der von Faraday entdeckte Diamagnetismus entgegen-getreten. Mit ihm haben es verschiedene neuere Schriften zn thun,von denen hier diejenigen eine Stelle finden mögen, die 1867 vonW. Weber, 1878 von A. v. Ettingshausen (geb. 1850), 1879von Boltzmann und endlich 1881 von I. Schuhm erster ver-öffentlicht worden find.