Praxis und Theorie der Elektrolyse.
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zosen de Ruolz herrührenden Verfahrens, um, wie dies um 1840A. de la Rive bereits in einem Einzelfalle geleistet hatte, Metallemit einer dünnen Schicht eines anderen Metalles zu überzicheu.Seit 1842 ist die bekannte Werkstätte von Christofle (Paris-Karlsruhe ) beschäftigt, diese Kunst in großem Umfange auszuüben;neuerdings hat sich namentlich die Vernickelung einen großenWirkungskreis erworben. Die Einzelheiten dieser Prozesse sind inverschiedenen Bünden des großen Sammelunternehmens, welchesals „Elektrotechnische Bibliothek" bei Hartleben in Wien heraus-kommt, dargelegt worden.
Die Galvanoplastik verwertet, wie man weiß, elektrolytischeUmsetzungen in dem Bade, in welchem man das Reproduktions-objekt gebracht hat. Damit kommen wir ganz natürlich wieder zueiner Theorie, deren Anfänge unser elfter Abschnitt nach v. Grot-huß und Hittorf zu schildern hatte. Dieser letztgenannte Physikerhatte die Wanderung der Ionen als den springenden Pnnkthingestellt, nnd in der That knüpfen daran auch alle späterenArbeiten an, indem sie nur die Modalitüten dieses alternierendenBewegungsvorgauges schärfer zu bestimmen bestrebt sind. Neuer-dings hat sich die als autonome Disziplin auftretende Elektro-chemie, deren geschichtliche Entwicklung in Ostwalds 1896 er-schienenem Werke einen Ehrenplatz einnimmt, des Gegenstandesbemächtigt. Hittorf hatte, wie wir uns entsinnen, auch auf dieVerschiedenheit der Geschwindigkeiten, mit welchen sich die Ionenfortbewegen, aufmerksam gemacht; das Verhältnis der Geschwindig-keit eines Ions zur Summe der Geschwiudigkeiteu beider Ionenheißt bei ihm Überführnngszahl, uud diese erweist sich alszwar nicht von der Stromstärke, wohl aber von dem Konzen-trationsgrade der Lösung abhängig. Indem die Ionen fortwandern,tragen sie ihre elektrische Ladung mit sich fort, so daß folglicheine der früher erörterten thermischen entsprechende elektrischeKonvektion entsteht. Da nur ein kleiner Teil der überhauptvorhandenen Teilchen eine Spaltung nach den entgegengesetztenTeilchen erlitten hat, so ist es erlaubt, den Dissoziationsgradals das Verhältnis der gespaltenen zu den intakten Partikelnin quantitativer Beziehung der Untersuchung zu unterstellen;