Widcrstlmdsmessung.
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beiden Flüssigkeiten durch einen Heber miteinander in Verbindunggesetzt sind.
Das beherrschende Fuudamentalgesetz, welches G. S. Ohmfür die galvanischen Ströme ausgestellt hat, ist uns von früherher geläufig; es verknüpft dnrch eine überaus einfache Gleichungdie drei Größen der elektvmotorischen Krast, der Stromstärke unddes Widerstandes. Die Intensität eines Stromes zu messen, dientdas von Faraday konstruierte Voltameter, welches die Meugeumißt, die aus einem Elektrolyten in gegebener Zeit abgeschiedenwurdeu. Über den Widerstand, den Ohms hydroelektrischeKetten nicht mit der nötigen Präzision zn messen gestatteten,wurden genaue Messuugeu zuerst 1853 von Franz und G. Wiede-mann angestellt. Um im gegebenen Falle den Drahtwiderstandzn ermitteln, nimmt man einen Rheostaten zu Hilfe; einensolchen konstruierte Wheatstone in den ersten vierziger Jahren,aber nachher hat sich der Widerstandskasten oder Stöpsel-rheostat von Werner Siemens besonders Bahn gebrochen, dendieser 1866 erfand, als er der Lösung der Frage nach einer mög-lichst zweckmäßigen Widerstandseinheit näher getreten war.Unter Umständen ist es erwünscht, neue Widerstände einschaltenzu können. Die große Anzahl von Untersuchungen über die metrischeBestätigung und Verwertung des Ohmschen Gesetzes , welche seit 1840von Poggendorff angestellt wurden, hat diesen Zweck nicht bloßtheoretisch erreicht, sondern als ein wertvolles Nebenprodukt der-selben ist anch das Rheochord entstanden, das es ermöglicht,Widerstände von beliebiger Ausdehnung in den Stromkreis zubringen und deren Werte numerisch zu bestimmen. Über die Wahlder Einheiten werden wir gegen den Schluß dieses Abschnittes dieerforderlichen Mitteilungen zu machen haben.
Was die Theorie des Galvanismus betrifft, so kann das,was zunächst von ihren Geschicken zu berichten ist, nur eineu ganzfragmentarischen Charakter an sich tragen; denn in das richtigeFahrwasser konnte jene erst dann gelangen, als zu ihr die gauzeFülle vou neuen Errungenschaften hinzugetreten war, deren Keimin Oersteds Entdeckung lag. Gleichwohl hat man ein Recht,darnach zu fragen, wie man sich die Erscheinungen der strömenden