608 XVI. Licht, Magnetismus u. Elektrizität in der 2. Hälfte d, Jahrhunderts.
Elektrizität zurechtlegte, solange man wesentlich ans dem von Voltaerreichten Standpunkte verblieb. Bis in die sechziger Jahre stehensich gegenüber die chemische Theorie, welche im galvanischenStrome das Endergebnis molekularer Umsetzungen der Metalleerblickt, und die reiue Kontakttheorie, erstere hauptsächlichdurch französische und englische Physiker, unter denen Faradaybesonders hervorragt, letztere durch deren deutsche Fachgenossenvertreten. Nach der 1844 von Schoenbein der gelehrten Weltvorgelegten Kompromißtheorie würde der Ort der Elektrizitäts-erregung da zu suchen sein, wo sich Metall und Flüssigkeitberühren. Auch damit ist kein abschließender Erfolg erzielt,denn ein wenn auch uoch so geringes elektrisches Potential sehenwir auch austreten, wenn je ein Stück Knpser und Zink, ohneZutritt einer Flüssigkeit, aneinander gebracht werdet:. Gerade derVoltasche Fundamentalversnch in seiner großen Einfachheitsetzt mithin einer in diesem Sinne gehaltenen Erklärung die meistenSchwierigkeiten entgegen. Deshalb hat sodann im Jahre 1880Fr. Exner eben dieses „LxxerirQsrckuru orueis" einer erneutenUntersuchung unterzogen und sich zu Gunsten einer Influenz-Wirkung ausgesprochen, die iu der positiv elektrischen Ladung desOxydhäutchens ihren Grund habe, und in der That setzt sich dieSpannuug an der Kontaktstelle herab, je geringer die Oxydation ist.Die Frage, was eigentlich die Elektrizität sei, tritt ersichtlich beidiesen Bemühungen, den Thatbestand selbst zn verstehen, in denHintergrund. Als Bestandteil einer umfassenderen Theorie derÄtherschwingungen suchte hingegen der Schwede E. Edlund(1819—1882) die Gesetze der statischen und dynamischen Elektrizitätaufzufassen; seine Arbeiten über elektromotorische Kraft und ther-mische Aktion des Stromes beginnen schon in den sechziger Jahren,während die zusammenfassende Schrift („Insoris äe8 xizsuomenössleetric^uss", Stockholm-Leipzig 1874) einer etwas späteren Zeitangehört. Die Elektrizität besteht nach seiner Ansicht in Äther-schwingungen, und zwar stoßeu sich die Ätheratome nach demNewtonschen Gesetze ab. Wenn in einem Körper diese Atomediejenigen ihrer Nachbarschaft beeinflnssen und letztere gleichsinnigauf erstere wirken, so kann es geschehen, daß gar keine erkennbare