H12 XVI. Licht, Magnetismus u, Elektrizität in der 2. Hälfte d, Jahrhunderts.
umfänglicher, den Vorarbeiten ausgiebig Rechnung tragender Schrift(„Die elektrischen Kräfte", Leipzig 1877) abgehandelt hat. InWebers zweiter Abhandlung aus dem Jahre 1856, welche sichnatürlich auch mit den bis dahin hervorgetretenen Konknrrenz-theorien auseinandersetzt, wird insonderheit anch mit Folgerichtigkeitdas absolute Maßsystem, das wir als eine Gaußsche Schöpfungbeim Erdmagnetismus wirksam werden sahen, zur Durchführunggebracht. Wir werden seine Natur weiter unten kennen lernen.Als Meßinstrument brachte Weber die Tangentenboussole zuEhren. Der Ausschlag einer Nadel, welche von einem Strom-kreise umflossen wird, erwies sich überhaupt als das zuverlässigsteKriterium einer jeden den Namen Galvanometer beanspruchenden,Meßzwecken dienenden Vorrichtung. Man hat es in der Kunst,überaus empfindliche Instrumente dieser Art auszuführen, zu einemsehr hohen Grade der Vollendung gebracht, und es ist darin vorallem das physikalische Institut von M. Th. Edelmann (geb. 1845)zu verdientem Rufe gelangt. Die physikalischen Hörsäle beziehenaus diesem Werke ein Spiegelgalvanometer, welches auch denentfernt Sitzenden die schwächsten Ausschläge der Nadel, wie sieetwa von thermoelektrischen Strömen hervorgerufen werden, objektiverkennbar macht; an der von allen Seiten fichtbaren Wand ent-steht ein Lichtfleck, der die Schwingungen der Nadel stark ver-größert mitmacht und mit großer Nafchheit hin und her wandert.Auch das Atelier von Hartmann und Braun in Frankfurt a. M.hat sich neuerdings durch seine Leistungen ans dem Gebiete derpraktischen Galvanometrie hervorgethan. Für genauere Messungenwird das uns bekannte Prinzip der Poggendorffschen Spiegel-ablesnng zn Hilfe genommen. Auch hat G. Wiedemann dadurchdie Schärfe der Ablesung beträchtlich erhöht, daß er die Multi-plikatorrollen, durch welche man den Strom gehen läßt, um ihnzu verstärken, verschiebbar machte und andererseits, um das allzulebhafte Pulsieren der Nadel hintanzuhalten, eine Kupfer-dämpfung anbrachte. Der letzterwähnte Zweck wird dann amvollkommensten erreicht, wenn man dem Magneten eine geeigneteForm giebt, nnd so sind die sehr praktischen Galvanometer ent-standen, deren Magnet Glockenform hat, und zn denen 1868