ß24 XVI. Licht, Magnetismus u. Elektrizität in der 2. Hälfte d. Jahrhunderts.
an der Hand seines genialen Spiegelversuches dargethan, daßdies auch, ohne sich in den Himmelsranm zu versenken, austerrestrischem Wege erfolgen köune, und auch vonA. H.L.Fizeau(Abschnitt VIII) wurde ziemlich gleichzeitig gezeigt, daß ein von einemseinen Spiegel reflektierter Lichtstrahl von einem mit großer Ge-schwindigkeit rotierenden Zahnrade bald aufgehalten, bald durch-gelasseu wird, so daß also ans jener Distanz, aus der Anzahl derZähne nnd aus der Tourenzahl die betreffende Größe berechnetwerden kann. Andere Bestimmungen sührten dnrch: 1873 A.Cornu,dauu 1879 A. A. Michelson (geb. 1852) und 1881 I. Young(1811 — 1883). Alle die so erhaltenen Zahlen weichen unter-einander nur um Beträge ab, die man recht gut durch die bei soüberaus feinen und schwierigen Beobachtungen unvermeidlichenBeobachtungssehler erklären kann, und es ist mithin nach dieserSeite hin die Identität von Licht- und elektrischen Wellen Wohlals gesichert anzunehmen.
Es mangelt jedoch auch an anderweiten Belegen nicht. ImJahre 1888 ging Hertz daran, die Strahlen elektrischer Kraftals von den Lichtstrahlen nicht verschieden nachzuweisen undinsbesondere klarzustellen, daß von Spiegelung und Brechungauch hier gauz iu der sonst bekannten Art nnd Weise geredetwerden dürfe. Zumal das Experiment, welches für die Brechungtypisch ist, hat sich rasch die Aufnahme in den Schatz fundamen-taler Versuche erobert. Hertz bediente sich eines Pechprismas,dessen brechender Winkel 30°, dessen Minimalablenknng 22° betrug,während der optische Brechungsindex gleich 1,60 zu setzen war.Durch Probieren fand er heraus, innerhalb welches Umkreisesdieses Prisma einen elektrischen Schatten wars, und daß, wenndie Winkelverschiebung zwischen Spiegel und Hinterfläche desPrismas etwa 11° betrug, die ersten Funken bemerkbar zu werdenbegauueu. Bei eiuer Ablenkung von gegen 34° hörten dieselbenallmählich auf. So berechnete sich ein elektrischer Brechungs-koesfizieut von 1,69, der, wie ersichtlich, mit dem optischen anchnahe zusammensällt. Die Beweiskette, deren wir gedachten, waralso mit einem ueuen und besonders wichtigen Gliede versehenworden.