Das Argon und die verwandten Elemente.
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neue und zwar ziemlich reichlich fließende Quelle zur Darstellungder beiden neuen Elemente eröffnete sich bald nachher (1898)durch die Beobachtung einiger italienischer Forscher, R. Nasiui,F. Anderlini und B. Salvadori, denen zufolge Argon nndHelium regelmäßig in den vulkanischen Gasexhalationeuder Erdoberfläche zu finden sind, vor allem in den toskanischenSoffioni, welche die Industrie als wichtigste Lieferungsstättenvon Borax und Borsäure kennt. Ja, es wurde sogar die Möglich-keit angedeutet, daß die Solfataren, Erdspalten, aus denenSchweseldämpfe aussteigen, zur Ermittlung noch eines weiterenElementes, des Korouiums, verwertet werden könnten, und an-gesichts der mancherlei Fnnde, welche die Entdeclnng des Argonsunmittelbar nach sich zog, ist man diese Hoffnung nicht als illusorischzu betrachten berechtigt. Mit großem Eifer wurden anch die schwie-rigen und zuerst wenig aussichtslosen Bemühungeu sortgesetzt, denWiderstand des Argons gegen das Eingehen von Verbindungen zubrechen. DieS war das Arbeitsfeld Berthelots und H. Moissans(geb. 1852), der sich durch die Vervollkommnung der Technik,mittelst enormer Hitzegrade große chemische Effekte hervorzubringen,einen Namen geinacht hat. Gelang ihm doch 1896 die Erzeugunghämmerbarer Metallklumpen aus Wolsram im elektrischen Ösen!So hat er auch die schwierige Abscheidung des Fluors aus der Fluß-säure, in welcher dasselbe mit Wasserstoff verbunden enthalten ist,elektrolhtisch durchgeführt, uud indem er nnn Flnor mit Argonin stark erhitzten Platinröhren zusammenbrachte, schlössen sich inder That beide Elemente zur chemischen Verbindung aneinander.Hierher gehört auch V. Goldschmidts Alnminothermie wegenihrer gewaltigen Erhitzungseffekte.
Die Argon-Helium-Gruppe war jedoch mit diesen beidenGrundstoffen noch nicht abgeschlossen, sondern rastlose Arbeit stelltenoch drei ueue Körper her, die sich gleichfalls dieser Gruppe zu-rechnen lassen. Zunächst saheu sich Ramsay und sein MitarbeiterM. W. Travers zum Krypton geführt, welches spezifisch leichterals Argon, dagegen minder flüchtig als Sauerstoff, Stickstoff undArgon ist. Alsdann hörte man (1898) vom Neon und von einemselbst wieder im Argon enthalten gewesenen Elemente, Metargon