Glas-, Thon-, metallurgische Industrie.
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herzustellen, mit dessen Einführung die Schlachtfelder der Zukunfteine von der bisher gewohnten wesentlich abweichende Physiognomieerhalten dürften. In einigen Fällen ist diese auf dem Manöver-felde seit mehreren Jahren gemachte Erfahrung auch durch die Er-scheinungen des wirklichen Krieges bestätigt worden. Dein Dynamitdagegen scheint allerneuestens in der flüssigen Luft (Abschnitt XV)ein zu fürchtender Nebenbuhler erstehen zu wollen.
Der chemische Prozeß, der bei der Erzeugung des Glases inFrage kommt, ist von Knapp, R. Weber, Heeren, Mylius u.a.der Forschung zugänglich gemacht worden, und aus diesen Arbeite»entsprang auch so mancher Vorteil sür die Praxis. Hervorgehobensei nur Royer de la Basties Erfindung des überaus verwend-baren Hartglases (1874). Die Versilberung des Glases machtenv. Liebigs Studien (Abschnitt XVI) möglich; die Färbung vonGläsern wurde von Woehier chemisch erläutert, und auch die Her-stellung der zur Glasmalerei erforderlichen Farben, für die manvor vier- bis fünfhundert Jahren manches uns noch verschlossene Ge-heimnis besessen zu haben scheint, konnte nicht ohne Appell an dieUnterstützung der Chemie erfolgen. Der Thonindustrie liehenK. Bischos (geb. 1812), ein hervorragender Hüttenmann, und später-hin Seger ihre Dienste. Chemische Unterlage kommt auch der vonden Bautechnikern in ihrer Art kultivierten Darstellung der Cement-und Mvrtelarten zu, wie eine Spezialschrift von Michaelis (1869)beweist. Das Betonisieren gehört gleichfalls hierher, indem nurder dadurch entstandene Stoff nicht als Bindemittel, sondern alsselbständiger Baustoff Dienste zu thun hat.
Großartige Aufgaben sind in unserem Halbjahrhuudert vorallem der metallurgischen Industrie vorbehalten gewesen.Was den Hochofenprozeß angeht, dessen wissenschaftliche Theoriemit Bunsens Analyse der sogenannten Gichtgase (Abschnitt IX)ihren Anfang nahm, fo hat hier das Bessemer-Verfahren, demAbschnitt XII unter dem spektrvskopischen Gesichtspunkte Rechnungtrug, die Stahlsabrikation seit 1856 in ein ganz neues Fahrwassergeleitet. Den Erhitzungsvorgang lohnender zu gestalten, erfandWerner Siemens 1852 das auf einem neuen Prinzipe desVorwärmens beruhende Regenerativverfahren, und mit