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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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761
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Verifizierung der NravaiSschen Ergebnisse dnrch Minnigervde. 761

schritt in der Didaktik zu bezeichnen, daß Sohncke auch einenhandlichen Apparat angab, um die verschiedenen regelmäßigenPunktsysteme wirklich vorführen und insbesondere die wechsel-seitige Transformierbarkeit unmittelbar anschaulich machenzu können.

Von denjenigen Forschern, die sich mit der geometrischen Be-gründung der Krystallkuude beschäftigten, erscheint nunmehr derZeit nach auf dem Plane PH. Curie (1884), dessen Absehenübrigens nur darauf gerichtet ist, die Methode von Bravaiswiederaufznnehmen uud darzuthuu, daß man auch durch derenAnwendung zu einer völlig lückenlosen Tafel aller denkbarenKrystallgestalten gelangen kann. Nur wenig später (1886) griffL. B. Minnigerode (18371896), der schon 1862 die Wärme-leitnng in Krystallen behandelt nnd 1884 eine neunklassige An-ordnung dieser Körper auf Grund der Anzahl der sogenanntenElastizitätskonstanten eines jeden Systemes bestätigt hatte, ausdie Gruppentheorie zurück und gelangte auch auf diese Weise zueiuem abschließenden Resultate, wiewohl seine Bezeichnung diethatsächlich zwischen ihm und Anderen obwaltende Übereinstimmungnicht klar genug hervortreten läßt. Natürlich hat dann die That-sache, daß sich der Arbeitskreis der Krystallonomie als ein in mor-phologischer Beziehung fest begrenzter, weiterer Ausdehnung nichtmehr fähiger überblicken läßt, auch in die Lehr- uud Handbücherunserer Disziplin Aufnahme gefunden. Zuerst dürfte wohlV. v. LängsLehrbuch der Krystallographie" (Wieu 1866) zunennen sein; ihm solgten die neueren Auflagen des viel gebrauchten,schon in Abschnitt VII genannten Werkes von Naumann, dessenzwölfte Auflage (1885) F. Zirkel (geb. 1838) herausgegeben hat.Bor allem aber waren es P. Groth (geb. 1843) und Th. Liebisch,die deu Spezialuutersuchuugen, von denen die Rede war, dnrchsystematische Bearbeitung für Unterrichtszwecke erst die rechte Be-deutung verliehen, wie denn erwähntermaßen Gadolin ohneGroths wiederholten Hinweis wohl kanin zn seinem geschichtlichenRechte gelangt wäre. Des letzterenPhysikalische Krystallographiennd Einleitung in die krystallographische Kenntnis der wichtigstenZubstauzen" (Leipzig 1876; 3. Auflage 1895) hat ebenso wie