812 XXI. Der Eintritt der wissenschaftlichen Erdkunde in die Naturwissenschaften,
Jnnerasiens und Australiens Erwähnung thun. Hochasienund die westlich angrenzenden Länder sind aus nahe liegendemGrunde stets die Domäne der auch für Kaukasien nnd Armenien be-sonders besorgten Russen gewesen; aus früherer Zeit J.F.W. Parrot(1792 — 1840) und W. H. Abich (Abschnitt X), aus spätererN. A. Ssjewerzow (gest. 1885), N. Jwaschinzow (geb. 1819),P. v. Ssemenow (geb. 1827), der in Böhmen geborene GeologeF. Stoliczka (geb. 1838) und, an hervorragendster Stelle,N. v. Prshewalskij (1839 — 1888) zu nennen, der sich denerfolgreichsten Forschungsreisenden aller Zeiten würdig aureiht.Mit ihm wetteiferte in den letzten Jahren der Schwede SvenHedin (geb. 1866), der Prshewalskijs Lebenswerk wieder auf-nahm und sich durch seiue Entdeckungen im Pamir , sowie im Ge-biete des Lop-Noor den erfolgreichsten Forschungsreisenden allerZeiten als ein mindestens gleichwertiger Genosse znr Seite gestellt,wo nicht alle seine Vorgänger übertrosfen hat. Die „Beiträge zurGeologie von Australien", welche L. F. W. Leichhardt (1813—?)hinterlassen hatte, wurden 1855 herausgegeben und gaben zuerst einenBegriff von der Wüsteunatur Neuhollands; ihr Verfasser ist seit dein3. April 1848 verschollen, und trotz allen Anstrengungen, die es sichB.Georg Neumayer (Abschnitt XIII) kosten ließ, um Licht in dasdunkle Schicksal seines Landsmannes zu bringen, blieben die näherenUmstände ungewiß. Um endlich auch noch an einem dritten Belegedie rein naturwissenschaftliche Bedeutung geographischer Ausklärungs-arbeit zu erläutern, weisen wir noch hin auf die ostafrikaui scheuGletscherfahrten Hans Meyers (geb. 1858). Als die ver-dienten Missionare I. L. Krapf (1810—1881) und I. Rebmann(1820—1876) um 1850 von dem Vorhandensein hoher Schnee-berge unter dem Äquator zu berichte» begannen, brachte ihnen diegelehrte Welt nnverhülltes Mißtrauen entgegen, weil ihre angeb-liche Autopsie mit physikalischen Thatsachen in Widerspruch stehe,und nunmehr, nachdem (1897) H. Meyer den KilimandjS.ro und(1899) Mackinder den Kenia erklommen hat, ist uns dasWesen der Gletscherbildung in manchen Punkten uoch klarer ge-worden, als es bei ausschließlicher Berücksichtigung der Vorkomm-nisse höherer Breiten möglich gewesen wäre. Die Meereskunde