Forschungen über Nulkanc und Steppenbildung.
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Kergueten-Jnseln zu basieren und von da aus die Erreichung einermöglichst hohen südlichen Breite anzustreben hat. Als Führer istder Berliner Geograph E. v. Drygalski ausersehen, der sich iuden ueunziger Jahreu mehrere Winter an der Westküste Grönlands ausgehalten, die Lebensverhältnisse im Polarklima durch eigeneErfahrung kennen gelernt und durch ein großes Werk über dasBinneneis und dessen verwickelte Bewegungsformen seine Befähigungsür aktive Polarforschung dargethan hat.
Eine gedrängte tiberschau über die doch gewiß gewaltige«Fortschritte, welche die Erkundung der Polargebiete durch die Arbeiteines Jahrhunderts gemacht hat, dnrste an dieser Stelle nichtfehlen, weil dadurch die eigentliche Geographie kaum mehr als dieGesamtheit der Naturwissenschaften gefordert worden ist. Niemandwird von einer Reise, die in eine an fremden Menschen, Tierenund Pflanzen reiche Gegend führt, ein Gleiches verlangen wollen,weil ja hier das Interesse sich in den mannigfaltigsten Richtungenzersplittern muß, allein mit ein paar Beispielen wollen wir dochanch auf den vielfältigen Nutzen hiuweiseu, welcheu die Lehrevom Vulkanismus'uud überhaupt die gesamte dynamischeGeologie aus Forschungsreisen geschöpft haben. Von A. V.Hum-boldt und L. v. Buch ist bereits genugsam die Rede gewesen.F. W. Junghuhn (1812—1864) machte uns mit den Vulkanendes Hiuterindischen Archipels, K. v. Seebach (1339—1800) machteuns mit denjenigen Zentralamerikas bekannt, nnd auf demselbenGebiete habeu iu früherer Zeit A. Dollfus-Montserrat (1840bis 1869), Montessus de Ballore und vor allem M. Wagner(1813—1887), in neuererPennesi undK.Sapper gearbeitet, welch'letzterem die physische Erdkunde für die Durchforschung der großenamerikanischen Landbrücke zn besonderem Danke verpflichtet ist.Südamerikas thätige nnd erloschene Feuerberge sind mehrfach dasForschnngsobjekt Ivon P. Güßfeldt (geb. 1840), W. Reiß (geb.1838) nnd A. Stübel (geb. 1838) gewesen; Stübel entnahmihnen das Materials zu einer 1897 publizierten, auch theoretischinteressanten Monographie, die eine Reihe neuer Gesichtspunktebietet. Auf ein anderes Feld werden wir gelenkt, wenn wir ge-wisser Expeditionen in die Wüsten- und Steppenterritorien