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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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Zweiundzwanzigstes Kapitel.Die Geologie der neuesten Zeit.

Von den drei Teilen, in welche die Geologie, dem Gesetzeihrer inneren Entwicklung gemäß, zerlegt zu werden Pflegt, ist dereine, die Petrographie, bereits in Abschnitt XX vorausgenommenworden, weil seine Verwandtschaft mit der Mineralogie sich alseine zu enge gestaltet hat, um eine Trennung von dieser zuzulassen.Sodann kauu in einem Werke, wie dem vorliegenden, den rapidenneueren Fortschritten der Paläontologie, die mit der Geologieeigentlich nur noch durch historische Reminiscenzen zusammen-gehalten wird, nicht mehr nach Gebühr nachgegangen werden.Wir werden uns ihr gegenüber, die ja nur ihrer ursprüng-lichen Bestimmung nach zu den anorganischen, ihrem innerenWesen nach aber zu den organischen Naturwissenschaften gehört,mit einem sehr summarischen Überblicke bescheiden müssen. So ver-bleiben denn für diesen Abschnitt hauptsächlich uur die Strati-graphie, welche für jeden Ort die Aufeinanderfolge der Schichtenfestzustellen hat, und die dynamische Geologie, welche man,wie sich der Sprachgebrauch gegenwärtig gestaltet hat, derMorphologie der Erdoberfläche inhaltlich gleichzusetzen be-rechtigt ist.

Die Paläontologie wird angesichts des Entwicklungsganges,den die Biologie seit Lamarck (17441329) und Eh. Darwin ge-nommen hat,suvcrän durch denEntwicklnngsgedanken beherrscht.Bis 1860 war es umgekehrt; damals stand, wie K. A. v. Zittel(geb. 1839) in seinerGeschichte der Geologie und Paläontologie