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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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XXII. Die Geologie der neuesten Zeit.

bis 1893). Die räumlich natürlich stark überwiegende Zoopalä-ontologie ist fast ganz aus des Herausgebers eigener Feder her-vorgegangen, indem nur S. Scudder für die Bearbeitung derfossilen Insekten beigezvgen wurde; der phytopalüontologischeTeil war in die Hände von PH. W. Schimper (18081880)und, nach dessen Hintritt, von A. Schenk (18151891) gelegt.Im Interesse der Lernenden wurde diesem umfassenden, zunächstnur dein eigentlichen Forscher als steter Ratgeber dienenden Werkeein kürzeres Lehrbuch (München-Leipzig 1895) nachgesandt. Das;ans dem Handbuche alle diejenigen Kompendien fnßen, welche dennaturhistorischen Gesichtspunkt hervorkehren, liegt in der Naturder Sache; hierher gehören die Schriften von R. Hoernes (1884,,G. Steinmann (geb. 18S6)und L. Doederlein (1890) und F. Ber-nard (Paris 1895). Ihre vollkommene Berechtigung für Diejenigen,denen sowohl das deskriptive, wie auch das entwicklungsgeschichtlicheInteresse mangelt, die sich aber speziell in der Schichtenkunde aus-zubilden beabsichtigen, haben natürlich auch solche Lehrbücher,welche sich nur mit den Leitfossilien beschäftigen; folche besitztunsere Litteratur von H. Haas (geb. 1845) (1887 und 1893) undvon F. H. E. Kayser (geb. 1859) (1892).

Die neuere Lehre von den versteinerten Tieren faßt diesenach zehn sogenannten Formenkreisen zusammen, die eben vonder Zoologie als solcher ebenfalls anerkannt sind, wie denn über-haupt daran festzuhalteu ist, daß ansgestorbene und lebende Or-ganismen völlig den gleichen Normen untergeordnet werden müssen.Es sind die Kreise der Protozoen oder Protisten (Urtiere),Spongien (Schwämme), Coelenteraten (Hohltiere), Echino-dermen (Seesterne, Seewalzen, Seelilien nnd Seeigel), Bryozoen(Mooskorallcn), Würmer, Brachiopoden (Armfnßler), MolluskenlMnscheln, Schnecken, Kopffüßler), Arthropoden (Gliedertiere,mit der wichtigen Unterabteilung der Krustazeen oder Krebstiere),Insekten und Wirbeltiere oder Vertebrata (die wieder inFische, Amphibien, Reptilien, Vögel nnd Sängetiere zerfallen).Die genealogischen Verhältnisse hat namentlich M. Neumayr (18451890) durch seineStämme des Tierreiches" (1889) auf-zuklären gesucht, und speziell deu Wirbeltieren ist v. Zittel in