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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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XXII. Die Geologie der neuesten Zeit.

Marquis G.deSaporta (18231895) und in allererster Linie vonO.Heer (Abschnitt X); ihm, der übrigens ein Anhänger der Lehrevom Schöpfuugsplane war, verdankt man eine klassische?1oi-s,^.reticg." (18691884), welche in palnogeographischer Hin-sicht mustergültig genannt werden muß. Zur Einführung in diesenTeil der Lehre von der Vorwelt verfügt die französische Litteraturüber die Werke des Marquis de Saporta (1,6 monäs äss xls-ntesavaiit, l'^Marition äs I'üoniliis", Paris 1879;I/svolntion «ZursAns vöAkt-vIs", Paris 1881 und 1885, herausgegeben zusammenmit Marion), die deutsche über ein zunächst für die studierendeJngend bestimmtes Lehrbuch, welches Graf H. Solms-Laubach(geb. 1842) bearbeitet hat.

Obwohl, wie wir nun schon wiederholt zu bemerken hatten,die Paläontologie sich selbst genug ist und mit der eigentlichenGeologie vielfach nur noch durch die geschichtliche Überlieferungaus jener Zeit zusammenhängt, in welcher die Versteinerungendem Geologen uur etwa so zur Altersbestimmung einer Schichtdienten, wie heute der PräHistoriker aus neu aufgesundeneumenschlichen Artefakten das Zeitalter von deren Ent-stehung erschließt, so bleibt doch andererseits diese mehr sekun-däre Thätigkeit der Petrefaktenkunde ein unentbehrlicher Bestandteilder Stratigraphie und historischen Geologie. Dem Sachkennerwird irgend ein Leitfossil vorgezeigt, und ohne den Fundort ge-sehen zu haben oder auch sonst nur irgendwie zu kennen, demdas Tier oder die Pflanze entstammt, weiß er nicht nur generellFormation nnd Etage, sondern sogar den geologischen Hori-zont anzugeben, wohin das betreffende organische Wesen gehört.Solchergestalt haben die Landesgeologen der verschiedenen Kultur-staaten jene Landesaufnahmen durchgeführt, deren Anfänge wirseiner Zeit besprochen haben, und auf deren großartigen Fortgangin der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wir jetzt noch einen kurzenBlick werfen wollen. Für H. WagnersGeographisches Jahrbuch"hat der österreichische Geologe F. Toula (geb. 1845) seit längererZeit einen Bericht über die Fortschritte unseres Wissens in dertopographischen Geologie erstattet, mit dem W. G. K. v. Fritsch(geb. 1838) begonnen hatte.