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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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XXII. Die Geologie der neuesten Zeit.

Das Königreich Sachsen war derjenige Staat des altenDeutschen Bnndes, welcher sich von jeher einer besonders aus-gebildeten Landesnntersnchnng zu erfreuen hatte. Aus Werner undFreiesleben waren, wie wir wissen, K. F. Naumann, B. v. Cottaund H. G. Geinitz gefolgt, nnd 1872 trat K. H. Credner (geb.1841) an die Spitze der in eine neue Bahn einlenkenden Arbeit,die Spezialkarten im Maßstabe 1:25 000 herzustellen hatte. DieErzlagerstätten, für ein Bergbau treibendes Land hervorragendwichtig, ermittelte allseitig A. Stelzner (Abschnitt XX), der znvvrin Argentinien seine Schule gemacht hatte. Dieselben Geologen,welche Sachsens geologische Kartierung durchgeführt hatten, uahmeusich auch um die thüringischen Staaten an, um die sich auch der alsMeteorologe vielleicht noch bekannter gewordene E. Schmid (1815bis 1385), sowie nachher F. Beyschlag , F. Regel (geb. 1854) undder reußische Landesgeologe K. Th. Liebe (18281894) Verdiensteerworben haben. Eine Spezialkarte des Großherzogtums Hessen nnd der angrenzenden Länder schnf eine freiwillige Kommissionhessischer Geologen, unter ihnen A.R.Ludwig (1812 1880)und C. Dieffenbach (1811 1855) zwischen 1854 und 1872zseit 1882 ist R. Lepsius (geb. 1851) Chef einer selbständigenLandesanstalt, und ebenderselbe hat eingehende Studien über dasMaiuzer Tertiärbecken angestellt, anknüpfend an F. Sandbergersausgezeichnete Schilderung der dortigen fossilen Molluskenfauna(18581863). Schon zur Zeit der Selbständigkeit von Frank-furt a. M. war defsen Umgebung von H. v. Meyer paläontologischstudiert worden; A. Streng (Abschnitt XX), Fr. G. Kinkelin(geb. 1336), K. Chelius u. a. haben diese Beobachtungen über dasMündungsgebiet des Mains nnd über die benachbarte Wetteraufortgesetzt. Die jetzigen Rheinlande waren bereits in der franzö-sischen Zeit, wie vor allem die Namen Schimper nnd G.A.Daubree(18141896) darthun, uicht vernachlässigt worden, und nachdemschon 1873 zu Straßburg i. E. ein fachmännischer Ausschuß ge-bildet war, in welchem die petrographisch - mineralogische Seite zubesouderer Geltung kam, übernahmen E. W. Benecke (geb. 1838)nnd H. Bücking (geb. 1851) im Jahre 1890 die Direktion einerelsässisch-lothringischen Geologischen Landesanstalt, die uns mit