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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Geologische Aufnahme von Bayern .

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schönen Arbeiten über die Vogesen beschenkt hat. Baden trat erst inden fünfziger Jahren in die Reihe der systematisch bearbeiteten dentschenLänder ein; Benecke, E. W. Cohen (Abschnitt XIV), A. H. v. Eck(geb. 1837) sind unter den Schwarzwaldgeokogen in vorderster Reiheanzuführen, und von PH. Platz erhielten wir 1888 eine geologischeÜbersichtskarte des Großherzogtums. Die Schichtenkunde Württem-bergs stand schon um 1850, dank einem Quenstedt und v. Alberti,auf einer ungewöhnlich hohen Stufe. Von 1863 an war die geo-logische Landesaufnahme dem Statistisch-Topographischen Bureauzugeteilt, und O. Fraas (18241897) hat, in späterer Zeit mitUnterstützung seines Sohnes E. Fraas, jahrzehntelang diesemWerke seine Kraft gewidmet, so daß seit 1893 eine ausgezeichneteKarte nebst detaillierter Beschreibung vorliegt.

Für Bayern war fast bis zum Beginn der gegenwärtigenPeriode von selten der eigenen Landeskinder nicht Genügendesgeleistet worden. Die Forderung, au Stelle der zum öfteren zwarrecht tüchtigen, aber immer doch nur vereinzelten Lokalbeschreibungeneine systematische Durchforschung treten zu lassen, stellte 1849 derin allen Sätteln gerechte v. Schafhäutl, und obwohl die Negierungnur bescheidene Mittel vorerst diesem Zwecke dienstbar zu macheuin der Lage war, so fügte es doch das Glück, daß zunächst alsAssistent, von 1854 ab jedoch als Direktor des Geologischen Bureaus,welches mit dem Oberbergamte verbunden wurde, einer der uner-müdlichsten und erfolgreichsten Forscher für die große Aufgabegewonnen wurde. Dies war W. v. Gümbel (Abschnitt X), einerder universellsten Geologen der Neuzeit, dessen Publikationen wohlkein irgendwie mit Geologie und Mineralogie im Zusammenhangstehendes Problem unberührt lassen. Es war ihm das Glück be-schieden, den weitaus größeren Teil der gestellten Riesenaufgabeselbst erledigen zu können, denn nur Unterfranken, Pfalz und einTeil Altbayerns harren zur Zeit noch der abschließenden Kar-tierung. Vier große, selbständige Bände enthalten den Text zuden musterhaft ausgeführten Kartenblättern, und aus derGeologievon Bayern" (Kassel 1894) kann sich jedermann die sür irgendeinen konkreten Fall wünschenswerte Belehrung holen. Es er-fordert jedoch die Gerechtigkeit, anzuerkennen, daß v. Gümbels